01.06.2012 | Ausgabe 06/2012

Legiertes Gusseisen – Teil 3

Gusseisen ist weltweit der mit Abstand wichtigste Gusswerkstoff. An dieser Stellung wird sich auch in absehbarer Zukunft nichts ändern. Gusseisen ist vom Prinzip her eine Eisenkohlenstofflegierung, die eine Vielzahl weiterer Elemente enthält. Diese zusätzlichen Elemente üben einen wesentlichen Einfluss auf die Gefügebildung und dieWerkstoffeigenschaften von Gusseisen sowie auf das Verhalten der daraus hergestellten Bauteile aus. Je nach Standpunkt und Zielsetzung werden diese Elemente als normale Bestandteile des Gusseisens, als Begleit- oder Spurenelemente, als Verunreinigungen oder als Legierungselemente im engeren Sinne betrachtet. In einer losen Folge von Beiträgen sollen die Wirkungen von Legierungselementen auf die Gefügebildung und die Eigenschaften von Gusseisen behandelt werden.

Lamellengraphit
Die blattsalatartigen Gebilde des Lamellengraphits in Bild B 19 in Teil 2 sind aus einem Keim entstanden und hängen zusammen. Die Zwischenräume sind mit Austenit gefüllt. Das Wachstum erfolgt an den Kanten der Blätter, die mit der Schmelze in Kontakt stehen und ein wenig über den Austenit hinausragen. Bild B 21 zeigt den Erstarrungsablauf schematisch. Das Wachstum erfolgt durch Anlagerung von Graphit an diesen Kanten. Ob auch ein Dickenwachstum durch Kohlenstoffdiffusion durch den Austenit stattfindet ist, schwierig feststellbar...


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