12.04.2017 | Ausgabe 4/2017

Zur Graphitmorphologie von Gusseisen mit Lamellengraphit

– Teil 2: Variation der Graphitausbildung und dessen quantitativer Nachweis

Versuchseinrichtung, Blick auf die Teilungsebene (Skizze: Benjamin Aurich)

Gießereien werden mehr und mehr mit erhöhten Anforderungen an voraussagbare und reproduzierbare Bauteileigenschaften konfrontiert. Im Falle des Werkstoffs GJL erfolgt die Bewertung der Eigenschaften durch die Betrachtung der Graphitstruktur (gemäß aktuellem Stand: Form A bis D). Dieser Stand der Technik bringt zwei Probleme mit sich. Einerseits kann die Graphitform durch vielfältige Maßnahmen beeinflußt werden. Auf der anderen Seite ist es durch das im Moment angewendete System keine kontinuierliche und objektive Bewertung der Struktur gegeben. Auch diese Standards enthalten Verbindungen zwischen der visuellen Betrachtung der Graphitform und ihren Entstehungsbedingungen (z. B. C-Graphit: übereutektische Zusammensetzung oder B-Graphit: schlechte Impfung). Der Betrachter der Mikrostruktur benötigt Informationen zu den metallurgischen (z. B. chemische Zusammensetzung, Impfbedingungen), geometrischen (z. B. Abmessungen, thermische Zentren) und thermischen (z. B. Formart, Kühlkokillen, Speisesystem) Randbedingungen für eine objektive Beurteilung. Der Standard in der Norm DIN EN ISO 945 formuliert zwar ein Qualitätskriterium, welches aber zu subjektiven Fehlinterpretationen führen kann. Die zweiteilige Veröffentlichung ist eine Kurzfassung der Dissertation des Verfassers an der TU Bergakademie Freiberg mit dem Titel „Beitrag zur Klassifizierung der Graphitmorphologie in Gusseisenwerkstoffen“. Teil 2 beschreibt die experimentelle Vorgehensweise und einen Ansatz zur alternativen Graphitklassifizierung.

7 Seiten


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