16.05.2017 | Ausgabe 5/2017

Über die Graphit-Keimbildung in Gusseisen mit Lamellengraphit

Mit freundlicher Genehmigung der American Foundrymen‘s Society.

In den letzten Jahren wurden ausführliche Forschungen über die Graphit-Keimbildung in Gusseisen mit Lamellengraphit betrieben, und es wurden viele Theorien aufgestellt, die mehr oder weniger auf experimentellen Fakten basieren. Diese Arbeit verfolgt das gleiche Ziel - ein Verständnis über die Graphit-Keimbildung. Zu diesem Zweck wurden Abschreck-Versuche in aufeinanderfolgenden Stadien während der Erstarrung von Grauguss mit verschiedenen Schwefel- und Titangehalten durchgeführt. Ziel ist es, die Auswirkungen dieser Elemente auf die Graphit-Keimbildung in der lamellaren und hochfeinen Morphologie zu verdeutlichen. Zur Analyse der Graphit-Evolution als Funktion des Festphasenanteils wurde Rasterelektronenmikroskopie (REM) eingesetzt. Die Wechselwirkung zwischen dem prozentualen Schwefelanteil und den Hauptmechanismen der Keimbildung wurde nachgewiesen. Es ist bestätigt, dass bei geringen S-Gehalten bis 0,02 Gew.-% der Graphit hauptsächlich an der Schnittstelle zwischen Austenit und flüssigem Metall auf kohlenstoffreichen Bereichen des flüssigen Metalls Keime bildet. Bei Schwefelanteilen von mehr als 0,02 Gew.-% bilden sich die Graphitkeime hauptsächlich auf MnS-Einschlüssen. Bei 0,02 Gew.-% sind beide Mechanismen möglich. Im Falle von hochfeinem Graphit wurden auch Titankarbide als mögliche Orte zur Keimbildung identifiziert.

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9 Seiten

 

 


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