18.12.2015 | Special III/2015

Eigenschaftsentwicklung verschiedener Magnesiumbänder hergestellt durch kombiniertes Gieß- und Bandwalzen

Lichtmikroskopische Aufnahme einer gießgewalzten AZ31-Legierung (Quelle: Kristina Neh, Dr. Madlen Ullmann, Prof. Dr.-Ing. Rudolf Kawalla)

Am Institut für Metallformung der Technischen Universität Bergakademie Freiberg wurde in Kooperation mit der Magnesium Flachprodukte GmbH eine Technologie zur Herstellung von Magnesiumflachprodukten durch kombiniertes Gieß- und Bandwalzen entwickelt. Durch die Einsparung von Prozessschritten ist diese Herstellungsroute in hohem Maße wirtschaftlich und energieeffizient. Dieser Beitrag fasst das Eigenschaftsspektrum verschiedener Magnesiumlegierungen hergestellt durch kombiniertes Gieß- und Bandwalzen zusammen. Neben den kommerziell verfügbaren aluminiumhaltigen Legierungen AZ und AM wurden Legierungen mit Seltenen Erden, ZE und WE, die für ihre hohen Festigkeiten, gute Korrosions- und Kriechbeständigkeit bekannt sind, untersucht. Erste Walzversuche haben gezeigt, dass die genannte Herstellungsroute für die Erzeugung dünner Bänder mit mittleren bis hin zu ausgezeichneten mechanischen Eigenschaften in Abhängigkeit der Legierungszusammensetzung geeignet ist.

Magnesium als leichtester Konstruktionswerkstoff besitzt ein hohes Potential für Anwendungen als Leichtbaumaterial beispielsweise in der Automobil-, der Elektronik sowie der Luft- und Raumfahrtindustrie. Seit mehr als 15 Jahren konzentrieren sich Forschungsaktivitäten auf die Entwicklung neuer Technologien für die Herstellung von Halbzeugen und Komponenten aus Magnesiumwerkstoffen [1–4].