18.12.2015 | Special III/2015

Ein nichtalltäglicher Fehler im Druckguss – Gedanken zu dessen Genese

Untersuchter Fehler im Elektronenmikroskop (Quelle: Prof. Eberhard Ambos, Dr. Hartmut Heyse, Martin Fröhlich, Eric Müller, Harry Marbach, Jonathan Hess)

Spritzkugeln in Druckgussteilen sind eine Erscheinung, die beim heutigen Stand der Konstruktions- und Gießtechnik nur selten zu beobachten ist. Gefunden werden diese Fehler nur nach der spanenden Bearbeitung der Teile oder, wie im untersuchten Fall, in der Bruchfläche des auf Festigkeit geprüften Druckgussteils bei Überschreitung der zulässigen Beanspruchung. Das Erscheinungsbild des Fehlers reizte zu Überlegungen und Untersuchungen zur Ursache für dessen Entstehung.
Infrage kommen nach Auffassung der Beteiligten sowohl das vorzeitige Erstarren und Nichtwiederaufschmelzen von Partikeln des Gießstrahls, als auch der Transport von Gasblasen im Flüssigmetallstrom. Hierzu wird ein gedachter Fehlerentstehungsprozess vorgestellt. Die Fehlstelle im hochbeanspruchten Gussteil wurde umfänglich mit dem Rasterelektronenmikroskop untersucht. Die Autoren wünschen sich eine lebhafte Diskussion zu diesem Fehlerbild.