12.10.2015 | Ausgabe 10/2015

Weniger Emissionen bei gleicher Gussqualität

Dr. Thomas Engelhardt, verantwortlich für Produktentwicklung und Anwendungstechnik (Quelle: Clariant (Deutschland) GmbH)

Dr. Thomas Engelhardt, verantwortlich für Produktentwicklung und Anwendungstechnik (Quelle: Clariant (Deutschland) GmbH)

Mit neuen Formstoffadditiven will Clariant die BTEX-Emissionen von Formsanden um bis zu 80 Prozent reduzieren. Fünf Jahre hat die Entwicklung des anorganischen Ersatzstoffs von der Idee bis zur Marktreife gedauert.

Jede Industrie hat ihre Besonderheiten – und keine kann ohne Ausnahmen erfolgreich sein, die diesen Besonderheiten Rechnung trägt. So werden den Gießereien mehr Emissionen zugestanden als anderen Branchen, weil die Schadstoffanteile beim gegenwärtigen Stand der Technik nicht mit wirtschaftlich umsetzbaren Mitteln zu reduzieren sind.
Es sei denn, eine neue Technologie bringt neue Möglichkeiten. Für das auf der Gifa vorgestellte LE-System und die dabei zum Einsatz kommenden Formstoffadditive Geko LE und Ecosil LE wirbt Clariant mit bis zu 80 Prozent weniger Emissionen von Formsanden. In einer Branche, in der es eher um die Frage geht, wie viele Prozentpunkte Verbesserung noch im Grenzbereich der etablierten Verfahren herauszuholen sind, ist bei solchen Ankündigungen zunächst eher Skepsis und Zurückhaltung verbreitet. Doch in diesem Fall kann der Anbieter die Behauptungen mit handfesten Erfahrungswerten untermauern.
Bei Clariant weiß man, dass die Senkung der Emissionen ein klarer Kundenwunsch ist. Denn auf der Branche insgesamt lastet Druck, besonders auf jenen Gießereien, die behördlicher Überwachung unterliegen oder nah an Wohngebieten produzieren. „Vor vier bis fünf Jahren habe ich mit der Forschung für diese Herausforderung begonnen“, erzählt Dr. Thomas Engelhardt, Laborleiter im Unternehmensbereich Functional Minerals. Dabei musste er mit seinem Team bei den Grundlagen anfangen. „Ein entscheidender Schritt zu Beginn war, zunächst eine Versuchsapparatur zu entwickeln, die die Emissionen praxisnah im Technikum messen kann“, erklärt Engelhardt. Hierbei werden die in den jeweiligen Gießereien eingesetzten Umlaufsande mit Eisen abgegossen, damit man potenziellen Kunden konkrete Ergebnisse präsentieren kann, die sich auf die eigene Praxis übertragen lassen.


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