01.05.2015 | Ausgabe 5/2015

Kohlenstoff -Bilanz und Kohlenstoff-Fußabdruck (carbon footprint) in Gießereiprozessen und in Gussprodukt-Lebenszyklen

Dr. Joachim Helber, Muster eines Mannlochdeckels ohne direkten Bezug zum Beispielfall (öffentliche Straße)

Dr. Joachim Helber, Muster eines Mannlochdeckels ohne direkten Bezug zum Beispielfall (öffentliche Straße)

Die Kohlenstoff -Fußabdruck-Analyse (CFA) ist in der Gießereibranche noch nicht sehr weit verbreitet, aber die Anwendungen mehren sich. Bei der Gestaltung von Transportmitteln, Behausungen und Lebensgewohnheiten ist sie aber schon heute nicht mehr wegzudenken. Auch das öffentliche Interesse an nachhaltigem Produzieren und am persönlichen Kohlenstoff -Fußabdruck hat erheblich zugenommen. Der Autor möchte mit diesem Beitrag den interessierten Leser in diese nicht ganz übersichtliche Materie einführen und ihn auf zukünftige Herausforderungen vorbereiten.
Basierend auf gießereitechnischen Daten und Szenarien wird eine Einführung in das relativ junge und komplexe Thema Kohlenstoff -Bilanz/Kohlenstoff -Fußabdruck-Analyse gegeben. Zur Veranschaulichung dient das Guss-Fertigprodukt „Mannlochabdeckung“ – umgangssprachlich „Gullydeckel“ genannt. Gestützt auf das Beispiel werden typische Gießereikennzahlen entwickelt.
Exemplarisch wird gezeigt, wie sich Treibhausgas-Emissionen in Form von KohlendioxidÄquivalenten in einem durch Normen vorgegebenen Bilanzrahmen errechnen lassen. Dabei werden Material- und Energieströme, die vor dem zentralen Gießereiprozess aktiv sind und als Input benötigt werden, der Gießereiprozess selbst und alle Output-Ströme – vor allem aber der Produktstrom in seiner Verwendung – betrachtet.


Einführung
Die Kohlenstoff -Fußabdruck-Analyse (international: carbon footprint analysis – CFA) ist eine anspruchsvolle, ökologische Methode, um den Einfluss eines Produkts auf unser Klima über den gesamten Lebenszyklus zu bewerten – beginnend mit den Rohstoffen und endend mit der Entsorgung oder Wiederverwendung.
„CFA“ wird bereits heute auf einige Güter wie Autos oder Schiffe angewandt. Besonders die Sektoren Transport und Energie sind intensiv durchforscht. Dort dient das Ergebnis der Analyse als Beweis, dass ein bestimmtes Produkt, seine Produktion und sein Gebrauch ökologisch vorteilhaft sind im Vergleich zu anderen Alternativen. Oft ist damit auch ein wirtschaftlicher Vorteil verbunden – der nicht unbedingt beim Hersteller liegen muss.


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