11.12.2017 | Ausgabe 12/2017

Überwachung der Luftverunreinigungs- Exposition im Metallguss – ein leistungsorientierter Ansatz

Beispiel einer äußerlichen Schweißung in einem belüfteten Gussteil-Reparaturstand einer Edelstahl-Gießerei Quelle: T. Slavin, R. Scholz

Zum Schutz der Arbeiter vor möglichen gesundheitsschädlichen Luftbelastungen müssen Gefahrstoffe erkannt, beurteilt und überwacht werden. Für Metallgießereien stehen Hilfsmittel zur Verfügung, um Gefahren für die Atemwege zu identifi zieren, zu bewerten und zu priorisieren. In diesem Bericht liegt der Fokus auf der Präsentation eines leistungsorientierten Ansatzes zur Auswahl von Überwachungsmaßnahmen für diese Gefahren; damit erreichen die Gießereien die größtmöglichen Erfolgsaussichten bei der Leistungsoptimierung von Methoden zur Expositionsüberwachung.

Die herkömmliche Steuerungshierarchie der Betriebshygiene legt als ersten Schritt die Eliminierung von Gefahrenquellen fest; dann folgen technische Schutzmaßnahmen, administrative Schutzmaßnahmen und schließlich die persönliche Schutzausrüstung (personal protective equipment – PPE). Dies ist jedoch ein allzu vereinfachter Ansatz für ein oft komplexes Problem, effektive und verlässliche Maßnahmen zur Überwachung von Luftverunreinigungs-Expositionen in Gießereien zu defi nieren und einzuführen. Zum Schutz der Arbeiter vor Luftverunreinigungs-Expositionen ist ein leistungsorientierter Ansatz zur Entscheidungsfindung erforderlich, der zusätzlich zu dem seit vielen Jahren bestehenden Entscheidungsmodell der Betriebshygiene weitere Überlegungen beinhaltet. Diese Arbeit untersucht das Grundprinzip und die Einschränkungen der Hierarchie und bietet den Gießereien zusätzlich effektive, verlässliche und praktikable Richtlinien zur Einführung von Programmen zur Expositionsüberwachung.

Da jede Überwachungsmethode Vor- und Nachteile hat, ordnet ein leistungsorientiertes Modell den Ansätzen nicht automatisch einen Rang zu, sondern fokussiert sich auf eine Anwendung jeder Technik in der jeweiligen Situation. In einigen Fällen können Kombinationen von Überwachungen oder Mehrfachüberwachungen angemessen sein. Ein Programm zur Expositionsüberwachung strebt den höchsten Grad im Hinblick auf Leistung, Verlässlichkeit und Eff ektivität an. Es wird ein schrittweiser Ablauf präsentiert, bei dem zuerst für jede Expositionssituation eine geeignete Informationsbasis der zu überwachenden Gefahren und der Begleitumstände der Exposition für die Arbeiter entwickelt wird. Anschließend werden die Quellen der Luftverunreinigung identifi ziert, die Einfluss auf die Exposition haben; daraufhin werden mögliche Überwachungsmaßnahmen für die Exposition festgelegt, um auf diese Quellen einzuwirken. Schließlich kann die erwartete Leistungsfähigkeit jeder möglichen Überwachungsmaßnahme bewertet werden; dies geschieht mittels Leistungsfaktoren, die jeder möglichen Überwachungsmethode zugeordnet werden. Das Ergebnis ist ein Vorschlag zur Überwachungsstrategie in der jeweiligen Situation, der dann im Hinblick auf technische und wirtschaftliche Machbarkeit weiter untersucht werden kann.

----

Controlling Exposures to Air Contaminants in Metalcasting – A Performance-Based Approach

Protecting worker health from potentially harmful airborne exposures requires recognition, evaluation and control of hazards. Resources are available that can help metalcasters identify, assess and prioritize respiratory hazards. The focus on this report is to present a performance based approach to selection of controls for those hazards, in order for foundries to achieve the greatest measure of success in optimizing the performance of exposure control methods.

The traditional industrial hygiene hierarchy of control specifi es hazard elimination fi rst, followed in order by engineering controls, administrative controls and lastly, personal protective equipment (PPE). This provides an overly simplifi ed approach to an often complex problem of defining and implementing eff ective and reliable measures to control air contaminant exposures in foundries. Protecting workers from exposure to air contaminants requires a performance-based approach to decision making, which adds additional considerations to the long-standing industrial hygiene decision model. This paper examines the rationale and limitations of the hierarchy and provides foundries with additional guidelines to implement exposure control programs that are eff ective, reliable and feasible.

Because each control method has advantages and disadvantages, a performance-based model does not automatically rank approaches but rather focuses on application of each technique to the situation at hand. In some cases, combinations of controls or redundant controls may be appropriate. An exposure control scheme is sought to achieve the highest level of exposure control performance, reliability and eff ectiveness. A step by step procedure is presented whereby each exposure situation is fi rst approached by developing an appropriate base of information concerning the hazards to be controlled and the circumstances under which workers are exposed. The sources of air contamination aff ecting the exposures are then identifi ed, followed by sectioning candidate exposure control measures that address these sources. Finally, the expected performance of each potential control measure can be assessed using performance factors applied to each potential control method. What results is a proposed control strategy for that situation which then can be further assessed with regards to technical and economic feasibility.

----

14 Seiten


Newsletter
Ja, ich möchte den Newsletter von GIESSEREI PRAXIS abonnieren