16.05.2017 | Ausgabe 5/2017

Moderne Gießereiprozesse zur Herausforderung Leichtbau

Quelle: Konstantin Vogas

Die diesjährige Gießereitagung des „Österreichischen Gießerei-Instituts“ fand am 27. und 28. April im beschaulichen, oberösterreichischen Gurten statt. Ganz in der Nähe zur deutschen Grenze und der Dreiflüssestadt Passau hatte Maschinen- und Anlagenbauer Fill die Tagungsteilnehmer in seine modern gestaltete Firmenzentrale eingeladen. Parallel dazu tagten die Hauptversammlungen des „Vereins für praktische Gießereiforschung“ und des „Vereins Österreichischer Gießereifachleute“.

Der Fokus der Veranstaltung und seiner zahlreichen, informativen Vorträge und Diskussionen, lag in diesem Jahr auf dem Einsatz neuer und effizienter Fertigungsverfahren und den neuesten Erkenntnissen aus der Werkstoff-Forschung – im Eisenguss wie im Nichteisenguss. Hier sind besonders die beiden Vorträge „Kaltzähes Gusseisen für extreme Einsatzbereiche“ von Prof. Dr.-Ing. Babette Tonn von der TU Clausthal und „Neue Erkenntnisse zur Keimbildung bei GJS“ von Prof. Dr.-Ing. Rüdiger Deike von der Universität Duisburg-Essen hervorzuheben. Beide Vorträge haben sowohl inhaltlich viel Neues zu Tage gebracht als auch eine fachlich angeregte Diskussion im Publikum ausgelöst. Babette Tonn ging in ihrem Beitrag der Frage nach, wie der Werkstoff Gusseisen in seiner Belastungsfähigkeit (Festigkeit und Kerbschlagarbeit) angesichts immer größerer und komplexerer Anlagen in Gegenden mit extremen Witterungsverhältnissen weiter optimiert werden kann. Rüdiger Deike gewährte Einblick in den Stand seiner Forschung zur Frage, welche Impfmittel bessere und welche schlechtere Ergebnisse bei der gewünschten Graphitausbildung liefern – noch immer gibt es hierzu keine gesicherten Erkenntnisse.

Ergänzt wurde die gelungene Veranstaltung von einem kleinen Ausstellerbereich, in dem neue Produkte aus wichtigen Unternehmen der Giesserei-Branche präsentiert wurden, einer ausgedehnten Werksführung durch die Produktionshallen von Fill und der Abendveranstaltung des „Gießerabends“. Am Freitagmittag endete die österreichische Gießereitagung mit dem letzten Vortrag zum optimierten 3D-Druck und danach hieß es „Servus“ bis zum nächsten Jahr. 


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