07.12.2018 | Ausgabe 11/2018

Editorial

Quelle: foto schmitter

Quelle: foto schmitter

Liebe Leserinnen und Leser!
Über drei Jahre lang kannte die Wirtschaftsleistung Deutschlands nur eine Richtung: Aufwärts! Vor kurzem – im dritten Quartal dieses Jahres – ist die Wirtschaft nach Einschätzung des Statistischen Bundesamts erstmals wieder geschrumpft: um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Die Gründe seien sinkende Konsumausgaben und schwächelnde Exporte.

Namhafte Volkswirte empfehlen, das „Stottern“ des Bruttoinlandsprodukts nicht zu dramatisieren. Unschön ist allerdings, dass sich hinter den „sinkenden Konsumausgaben und schwächelnden Exporten“ wesentlich ein Absatzproblem der Automobilindustrie in Deutschland verbirgt. Vor allem VW, aber auch andere Hersteller haben in den vergangenen Monaten Pkw produziert, die sie nun nicht loswerden, weil ihnen einerseits die Zertifizierung für bestimmte Typen nicht erteilt wird und andererseits interessierte Käufer aufgrund der Diesel-Diskussion erst einmal abwarten. Das sichtbare Ergebnis dieser Situation sind riesige „Auto-Halden“ wie zum Beispiel auf  em Gelände des im Bau befindlichen Berliner Flughafens, wo VW derzeit viele seiner Neuwagen zwischenparkt.

 Muss man nun angesichts des derzeitigen Wachstumsstillstands Schlimmeres befürchten? Allgemein gesehen: eher nicht. Aber die Automobilhersteller und Zulieferer sind gute Kunden der Gießerei-Industrie. Und Betriebe, die sich völlig auf die Herstellung von Automobilkomponenten spezialisiert haben, dürfte dieses Stocken härter treffen als es die Zahl „- 0,2 Prozent“ vermuten lässt.

Lässt sich daran etwas ändern? Kurzfristig sicher nicht. Aber mancher Gießerei-Betrieb sollte vielleicht überlegen, wie weit die Spezialisierung oder die Fokussierung auf eine Produktsparte überhaupt gehen soll. Ein zweites Standbein (oder mehrere ) kann die Risiken verringern – eine Binsenwahrheit, aber eben doch wahr.

Ihr
Chefredakteur GIESSEREI PRAXIS


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