18.04.2018 | Ausgabe 04/2018

Der 3D-Druck revolutioniert die Wertschöpfungskette

Rückblick auf das 2. Additive Manufacturing Forum Berlin

am 5. und 6. März 2018

Namhafte Vertreter aus der Industrie, der Automobil- und der Logistikbranche schilderten in ihren Vorträgen die Bedeutung des 3D-Drucks für ihre Unternehmen. /Quelle: Gerd Theißen

Wer sich bereits vor zwanzig Jahren mit Additive Manufacturing (AM) beschäftigte, mochte vielleicht ahnen,dass dieses Verfahren Einzug in die industrielle Fertigung hält. Aber dass AM die Produktionsfahren in nahezu allen Branchen geradezu revolutioniert, war seiner zeit kaum abzusehen.

Von vernetzten Produktions verfahren und Industrie 4.0 war noch nicht die Rede Doch gerade die Digitalisierung gab dem Additive Manufacturing den entscheidenden Schwung, der seit einigen Jahren dafür sorgt, dass AM nicht nur die Produktion,sondern auch die vor- und nachgelagerten Bereiche völlig umkrempelt.

Das wurde auch auf dem 2. Additive Manufacturing Forum deutlich, welches das Institut für Produktionsmanagement (IPM) am 5. und 6. März dieses Jahres im Estrel Congress & Messe Center in Berlin veranstaltete.

Redner namhafter Firmen wie z. B.Trumpf, Daimler, Audi, Deutsche Bahn, Airbus, Stratasys oder UPS informierten die Teilnehmer darüber,wie weit der 3D-Druck heute das Design und die Konstruktion beeinflusst. Selbst in der Serienfertigung können Bauteile zunehmen individualisiert werden. Additive Manufacturing generiert völlig neue Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsketten.

Darauf machte auch Reinhold Achatz, CTO bei der thyssenkrupp AG, in seinem Vortrag aufmerksam. Das additive Produktionsverfahren sei unter anderem deshalb so wertvoll, weil es die Konstruktion komplexer Bauteile und die Integration zusätzlicher Funktionen ermögliche. Außerdem könne durch den kombinierten Materialeinsatz oder durcheinen gitterartigen Aufbau Gewicht beiden Bauteilen eingespart werden, ohne an Stabilität zu verlieren.

Kürzere Entwicklungsdauer

Zwei Tage lang konnten sich die Teilnehmer des Forums in Vortragsveranstaltungen,
Workshops und in der Ausstellung über den Stand des 3D-Drucks informieren. / Quelle: Gerd Theißen

Ingo Ederer, CEO der voxeljet AG in Friedberg,schilderte in seinem Vortag über die Reproduzierbarkeit der Prozesse im 3D-Druck, dass die Herstellungskosten gerade im Modellbau bei kleinen Stückz zahlen auch in Zukunft noch weitergesenkt werden können. So sei auch die„On-Demand-Fertigung“ wirtschaftlich darstellbar. Außerdem können mit Anlagen von voxeljet präzise Sandformen und Kerne per 3D-Druck hergestellt werden.

Stephan Kühr, CEO des Unternehmens 3yourmind in Berlin, beschrieb in seinem Vortrag „wie additive Technologien die Geschäftsmodelle produzierender Unternehmen auf den Prüfstand stellen und deren Geschäftsprozesse radikal digitalisieren“.Dazu zählt unter anderem, dass der Zeitraum für die Entwicklung neuer Produkte verkürzt und die Markteinführung dadurch früher erfolgen kann.  Gegebenenfalls kann ein Produkt auch länge rauf dem Markt bleiben. Selbst bei sinkenden Stückzahlen ist die Wirtschaftlichkeit noch gegeben.

Begleitet wurde die zweitägige Vortragsveranstaltung von einer umfangreichen Fachausstellung aus allen Bereichendes 3D-Drucks. Sie ermöglichte den Teilnehmern den direkten Kontakt zu namhaften Herstellern der AM-Branche.

Am zweiten Veranstaltungstag fanden außerdem mehrere Workshops statt. Hier erfuhren die Teilnehmer, wie sie den 3D-Druck für ihr eigenes Unternehmen nutzen können, wie das Verfahren in den eigenen Betrieb eingeführt werden kann und welche Anforderungen OEMs in Zukunft an die Zulieferer stellen.

Das 3. Additive Manufacturing Forum findet am 14. und 15. März 2019 statt, wieder im Estrel Congress & MesseCenter in Berlin. Weitere Infos: www.additivemanufacturingforum.de

 

 


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