18.04.2018 | Ausgabe 04/2018

„Faust und Mephisto“, Leipzig

Das besondere Gussteil

Quelle: Dr. Klaus Peukert, Freiberg

Die Leipziger Passagen in den Messehäusern mit ihren edlen Geschäften, Cafés und Restaurants sind Architektur von europäischem Rang, gleichwertig mit Adressen in Paris oder Mailand. Die vor „AUERBACHS KELLER“ in der Mädler-Passage aufgestellten Bronzeplastiken „Faust und Mephisto“ aus Goethes „Faust I“ geben den Moment wieder, in dem Mephisto die drei Studenten Siebel, Brander und Altmayer mit dem Satz „Falsch Gebild und Wort verändern Sinn und Ort! Seid hier und dort!“ in seinen Bann zieht.

Die ca. 210 cm hohen Bronzeskulpturen wurden 1912 bis 1913 von der Gladenbeck AG Berlin-Friedrichshagen gegossen und im September 1913 am Eingang zu „AUERBACHS KELLER“ aufgestellt.Der Entwurf stammt von dem Maler, Graphiker und Plastiker Mathieu Molitor (1873–1929).

Wie in Goethes Dichtung erscheinen Faust und Mephisto als ungleiches Figurenpaar, unterschieden durch Mimik,Körperhaltung und Gewand: Mephisto diabolisch, schlank, gewandt und angespannt, während Faust`s zögernd ruhige Haltung Skepsis und inneren Abstand zu seinem Begleiter und dem Treiben der Studenten ausdrückt.


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