16.07.2018 | Ausgabe 07/2018

Stahlwerkskokillen gestalten und den Verbrauch senken

Zum 125. Geburtstag von Wolfgang Uhlitzsch

Quelle: Wolfgang Heinz

Quelle: Wolfgang Heinz

Der Schwerpunkt in der wissenschaftlichen Arbeit von Wolfgang Uhlitzsch lag auf der Erweiterung des „Gußeisendiagramms von Maurer“, wobei besonders der Einfluss der Wanddicke und der Legierungselemente auf die Verschiebung der Gefügefelder sowie die Abhängigkei tder Festigkeitseigenschaften von den Wanddicken und der Lage im Gusseisendiagramm untersucht wurde.

Des Weiteren befasste er sich mit der konstruktiven Gestaltung und Erzeugung von Stahlwerkskokillen. Uhlitzsch wurde am 8. August 1893 in Chemnitz geboren. 1895 zog er mit seinen Eltern nach Bonn um, wo er von 1902 bis 1912 das Städtische Realgymnasium besuchte. Anschließend praktizierte er auf der Friedrich-Alfred-Hütte im Hochofen-und Stahlwerksbetrieb und studierte 1913/14 an der Technischen Hochschule München.

Studium in Hannover und an der Bergakademie Clausthal

Ab 1918 studierte er an der Technischen Hochschule Hannover und darauffolgend an der Bergakademie Clausthal, wo er 1921 das Diplom als Eisenhütteningenieur erwarb.

Während der Clausthaler Studienzeit praktizierte er bei FaconwalzwerkL. Mannstädt und Co A.G. in Troisdorf in der Eisengießerei und in der Wärmestelle, arbeitete 1921 auf den Rheinischen Elektrostahlwerken Schoeller.

1922 promovierte er an der Bergakademie Clausthalzum Dr.-Ing. mit dem Thema: „Diechemischen Vorgänge bei der Entschwefelung in elektrischen Öfen“.

Von 1922 bis 1923 war er Assistent für Eisenhüttenkunde an der Bergakademie Clausthal.

Ab 1923 arbeitete Uhlitzsch in der Eisengießerei der Krupp-Gruson AG in Magdeburg, wo er praktisch selbstständig die Hartgussräder-Gießerei leitete. Er erhielt 1926 eine Berufung als Dozent für Eisenhüttenkunde und Gießereiwesen an die Bergakademie Freiberg. 1927 wurde er zum außerordentlichen Professor, im Jahre 1940 zum ordentlichen Professor und zum Direktor des neu geschaffenen Gießereiinstituts der Bergakademie bestellt.

Im Jahre 1944 bis Mitte 1945 hatte er das Rektorat der Bergakademie inne. Aus seiner Freiberger Zeit stammen zwölf Veröffentlichungen und 37 Vorträge auf dem Gebiet des Gießereiwesens.

Durch seine zahlreichen Vorträge in Gießereifachkreisen hat Heinz Uhlitzsch einen großen Anteil an der praktischen Einführung des Gusseisendiagramms in die deutschen Gießereibetriebe, was auch erhebliche Beachtung in den Betrieben der damaligen UdSSR sowie in denen der USA fand.

Im Jahre 1950 übernahm er die Stellung eines wissenschaftlichen Abteilungsleiters und später Hauptabteilungsleiters im Eisenforschungs-Institut in Hennigsdorf.

Auch hier lag sein Hauptarbeitsgebiet auf dem Gießereisektor. In den ersten Jahren seiner Tätigkeit befasste er sich mit der konstruktiven Gestaltung und Erzeugung von den Stahlwerkskokillen. Durch die Schaffung der konstruktiven Unterlagen konnte der Stahlwerkskokillenverbrauch gesenkt und eine Ersparnis von ca. 13 % erreicht werden. Für diesen Erfolg wurde Heinz Uhlitzsch 1954 mit dem Titel „Verdienter Techniker des Volkes“ ausgezeichnet.

Als weiteres Gebiet seiner Forschungsarbeiten ist die Erzeugung legierter Stahlgusswalzen, deren Werkstoffauswahl, Abguss und Wärmebehandlung zu nennen.

Heinz Uhlitzsch trat 1963 in den Ruhestand und übersiedelte nach Wuppertal, wo er 1971 starb. In Hennigsdorf wurde eine Straße nach ihm benannt.


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