22.07.2019 | Ausgabe 7-8/2019

Persönliche Schutzausrüstung für Gießereien

Die Arbeitsbedingungen in Gießereien sind eine Herausforderung für Mensch und Material. / Foto: 3M

Extreme Hitze, Funkenflug, Dämpfe und starke Staubentwicklung : Trotz aller modernen Anlagentechnik sind die Arbeitsbedingungen in Gießereien besonders herausfordernd. Hier werden die metallischen Rohstoffe nochmals geschmolzen, um Zwischenprodukte herzustellen. Bei diesen Tätigkeiten zeigt sich, was die Persönliche Schutzausrüstung (PSA) leisten muss.

Neben der allgemeinen Helmtragepflicht benötigen die Mitarbeiter in Gießereien eine Schutzausrüstung, die genau auf den jeweiligen Arbeitsbereich abgestimmt ist, etwa mit Gehörschutz, Atem-, Augenund Gesichtsschutz sowie zum Teil auch Hitzeschutz. Neben dem klassischen Arbeitsschutzhelm mit Schutzbrille und Partikelmaske haben sich besonders hochintegrierte Systeme bewährt, die verschiedene Schutzfunktionen in einer Gesamtlösung vereinen. 

Typische Gefährdungen in Gießereien
In Sachen Arbeitsschutz sind an typischen Arbeitsplätzen in Gießereien vielfältige Risiken zu berücksichtigen, insbesondere:

  • Starke Strahlungshitze
  • Spritzer von Schmelze und Funkenflug
  • Lungengängige Feinstäube, wie zum Beispiel Rauche und Quarzstäube
  • Gefährliche Gase und Dämpfe sowie Verbrennungsgase
  • Blendung durch Glut und Lichtbögen
  • Herabfallende Gegenstände und umherfliegende Partikel
  • Hohe Lärmbelastung
  • Arbeiten in der Höhe

Beim Putzen wird es staubig
Zu den Arbeitsbereichen von Gießereien, in denen die Luftbelastung durch Staub besonders hoch ist, zählt die Gussputzerei. Beim Trennen werden zunächst die einzelnen Gussteile separiert und die Steiger entfernt. Dann gelangen die Gussteile in die Putzerei, wo sie je nach Bedarf gestrahlt, geputzt, geschliffen, geschweißt und eventuell wärmebehandelt werden. Bei der Bearbeitung mit Presslufthammer, Schleif- und Trennscheiben entsteht viel Staub, was das Tragen von Atemschutz in diesen Einsatzbereichen unabdingbar macht. Für den Schutz der Mitarbeiter sind grundsätzlich zwei Lösungen möglich : Entweder wählt man eine Kombination aus Vollmaske und Hitzeschutzhelm – oder gleich eine integrierte Gebläse- oder Druckluft-Atemschutzlösung, der gerade bei hohen Temperaturen erfahrungsgemäß eine höhere Akzeptanz entgegengebracht wird. 

Träger von Atemschutzgeräten sollten im eigenen Interesse auf einen einwandfreien Zustand der Ausrüstung und eine regelmäßige Wartung achten. / Foto : 3M

Gebläse- oder Druckluft-Atemschutz
Grundsätzlich unterscheiden lassen sich dabei Gebläseatemschutzsysteme, die von der Umgebungsluft abhängig sind und diese filtern, sowie Druckluftsysteme, die unabhängig von der Umgebungsluft sind und über eine Ringleitung mit frischer, aufbereiteter Druckluft versorgt werden. Die in Gießereien üblicherweise eingesetzten Kopfteile bieten neben dem Atemschutz zusätzlich einen geprüften Kopf-, Augen- und Gesichtsschutz, sodass mehrere Elemente des Arbeitsschutzes sinnvoll in einem Ausrüstungsgegenstand integriert sind.

Diese modularen Kopfteile gewährleisten nicht nur größtmögliche Sicherheit, sondern zeichnen sich durch hohen Tragekomfort, sehr gute ergonomische Eigenschaften und ein großes Visier für eine gute Rundum-Sicht aus. Durch die automatische Zufuhr frischer Luft fällt das Atmen sehr viel leichter, Ermüdungserscheinungen werden reduziert. Ein leichter Überdruck im Kopfteil verhindert gleichzeitig das Beschlagen des Visiers. Bei der körperlich schweren Arbeit und den extremen Bedingungen, die in Gießereien herrschen, bieten Gebläse- sowie Druckluft-Atemschutz-Systeme neben der Schutzfunktion somit eine erhebliche Arbeitserleichterung. 

Starke Strahlungshitze zählt zu den typischen Gefährdungen an Gießerei-Arbeitsplätzen, für die eine geeignete Persönliche Schutzausrüstung (PSA) notwendig ist. / Foto : 3M

Geschützt vor extremen Temperaturen
Zusätzlich schirmen Hitzeschutzlösungen wirksam Strahlungshitze sowie umherfliegende und flüssige Metallspritzer ab. Als Standardkopfschutz in Gießereien übernimmt der 3M Hitzeschutzhelm G3501 eine wichtige Funktion. Er schützt vor Extremtemperaturen (150° C Prüfung nach EN 397), flüssigen Metallspritzern sowie Funkenflug. Mit nur 385 Gramm bietet der Hitzeschutzhelm mit einem komfortablen Ratschensystem angenehme Trageeigenschaften und einen bequemen Sitz – wichtige Voraussetzungen für die Akzeptanz der PSA bei den Mitarbeitern sowie für ein ausdauerndes, konzentriertes Arbeiten. Aluminisierter Stirnschutz und Nackenschutz sowie ein goldbedampftes Visier machen den Helm auch bei starker Strahlungshitze sicher.

Modulares System für vielfältige Anforderungen
Das modulare System ermöglicht es, den Hitzeschutzhelm individuell auf die jeweiligen Arbeitsbedingungen anzupassen. Durch eine Visierhalterung mit Gelenksystem kann der Helm mit dem Gesichtsschutz kombiniert und je nach Präferenz mit Gehörschutzstöpseln oder Gehörschutzkapseln getragen werden. Als Gesichtsschutz stehen verschiedene Lösungen zur Wahl – bis hin zu einem goldbedampften Visier als Schutz vor IR-Strahlung und Strahlungshitze. In Kombination mit weiteren 3M Arbeitsschutzprodukten wie integrierbaren Schutzbrillen, Partikelmasken oder Gehörschutz wird der Helm somit zum individuellen Schutzsystem.

Persönliche Schutzausrüstung nach Maß
Angesichts der speziellen Arbeitsbedingungen in Gießereien sollte die PSA optimal abgestimmt sein, sodass sie Schutz mit Komfort verbindet. Das steigert die Produktivität, da die Mitarbeiter sicherer, schneller, ausdauernder und effizienter arbeiten können. Ein maßgeschneidertes Arbeitsschutzkonzept ist dabei ebenso wichtig wie regelmäßige Schulungen – sie sollen Mitarbeiter immer wieder für Risiken sensibilisieren und sie zur konsequenten Nutzung ihrer PSA motivieren.

 

 


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