Schnellarbeitsstahl

Metallurgy
Legierter, martensitischer Werkzeugstahl zum Zerspanen mit hoher Schnittgeschwindigkeit. Als Hauptlegierungsbestandteile dienen Chrom, Molybdän, Wolfram und Vanadin, die Sondercarbide bilden. Im Gusszustand besteht das Gefüge im Wesentlichen aus Sondercarbiden und nur wenig Zementit; die Sondercarbide schmelzen erst bei sehr hohen Temperaturen und verleihen dem Stahl gute Schmiedbarkeit. Damit neben den Sondercarbiden noch eine härtbare Grundmasse gesichert bleibt, haben die Schnellstähle einen entsprechenden Kohlenstoffgehalt von 0,8 bis 1,4 % je Art und Menge der legierten Carbidbildner.

Das Weichglühen vor dem Bearbeiten und Härten erfolgt bei 760 bis 850 °C je nach Zusammensetzung mit anschließender Ofenabkühlung auf wenigstens 600 °C. Beim Härten müssen möglichst alle Sondercarbide in Lösung gebracht werden, sodass verhältnismäßig hohe Glühtemperaturen (1200 bis 1300 °C je nach Zusammensetzung erforderlich sind. Das Abschrecken geschieht meist zweistufig (gebrochene Härtung). Das Gefüge besteht dann aus Martensit, Restaustenit und ungelösten Restcarbiden. Durch Anlassen auf 500 bis 600 °C erfolgt die Wiederausscheidung der Sondercarbide und eine weitere feinnadelige Martensitbildung aus dem größten Teil des Restaustenits.

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