Sekundärcarbid

Castings
Der sich bei der Erstarrung von mit Chrom legiertem Gusseisen bildende Austenit löst hohe Gehalte an Chrom und Kohlenstoff, die sich bei der weiteren Abkühlung in Form von Sekundärcarbiden vom Typ M7C3 ausscheiden. Da die Sekundärcarbidausscheidung nur sehr langsam verläuft, bleiben Chrom und Kohlenstoff zwangsgelöst und verhindern die martensitische Umwandlung (Austenitstabilisierung). Deshalb enthält das Gefüge im Gusszustand einen hohen Restaustenitanteil.

Auch durch eine Wärmebehandlung werden Sekundärcarbide, die bei martensitischem Gefüge dem Werkstoff hohe Verschleißbeständigkeit verleihen, erzeugt.

Beim Glühen auf Austenitisierungstemperatur (circa 950 bis 1000 °C) findet zum Teil eine Destabilisierung des Austenits unter Ausscheidung sekundärer Carbide des gleichen Typs, der schon vom Gusszustand her vorhanden ist, statt. Bei genügend langer Austenitisierungszeit koagulieren die Sekundärcarbide und bilden feinverteilte Einschlüsse.

Gefüge von Chromgusseisen mit 3,4 % C und 17 % Cr nach 2 h Glühen bei 950 °C. Zusätzlich zu den vorhandenen MC-Carbiden sind feinverteilte Sekundärcarbide des gleichen Typs ausgeschieden (V = 1000 : 1)© GIESSEREI LEXIKON

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