Vickershärteprüfung

Werkstoff- und Gussteilprüfung

Verfahren zur Härteprüfung mittels eines Diamant-Eindringkörpers, der unter einer Prüfkraft in die Probenoberfläche eingedrückt wird. Das Prüfverfahren ist in DIN EN ISO 6507 genormt. Der Eindringkörper hat die Form einer vierseitigen, regelmäßigen Pyramide mit einem Spitzenwinkel von 136°. Von dem bei der Härteprüfung erzeugten Eindruck in der Probenoberfläche werden die Diagonalen d gemessen; daraus bestimmt man den Mittelwert do und berechnet die Vickershärte HV unter Berücksichtigung der Prüfkraft F (in N):

Die Härteprüfung nach Vickers ist in Abhängigkeit von der angewandten Prüfkraft in drei Bereiche eingeteilt (Tabelle 1) und die Prüfkräfte sind in Normstufen (Tabelle  2) eingeteilt. Die darin genannten Prüfbedingungen setzen sich zusammen aus den Kennbuchstaben HV, einer Zahl, die die Prüfkraft kennzeichnet, und nach einem Schrägstrich einer weiteren Zahl, die die Einwirkdauer der Prüfkraft in Sekunden angibt, falls diese von der festgelegten Zeitspanne (10 bis 15 s) abweichen sollte.

In der Praxis wird die Vickershärte nicht berechnet, sondern nach den gemessenen Eindruckdiagonalen aus Tafeln entnommen. An sich spielt die Größe der Prüfkraft bei der Vickershärteprüfung keine Rolle, da sie der erzeugten Eindruckoberfläche proportional ist: eine Verdoppelung der Prüfkraft führt auch zu einer Verdoppelung der Eindruckoberfläche, und der Härtewert bleibt folglich gleich. Zur Umrechnung der Vickershärte von Stahl und Stahlguss in anere Härteeinheiten siehe Härteprüfung.

 

Prüfprinzip© Taschenbuch der GIESSEREI PRAXIS
Anmerkung: Konstante = 1/gn = 1/9,80665 = 0,102 / Tabelle 1: Symbole und ihre Benennung
Tabelle 2: Prüfkraftstufung
1) Prüfkräfte >980,7 N dürfen angewandt werden. 2) Die Prüfkräfte für den Mikrohärtebereich sind empfohlen.

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