Editorial

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GP 10/2013
Sehr geehrte Leserinnen und Leser, liebe Gießer ! Der Herbst ist in jedem Jahr traditionell die Zeit der Tagungen und Konferenzen. Eine davon war in diesem Jahr das Metallurgie-Kolloquium an der TU Clausthal Ende September. Die dort gehaltenen Vorträge befassten sich neben Gießereitechnik auch mit Thermochemie, extraktiver Metallurgie, metallurgischer Prozesstechnik und Metallumformung. Anfang Oktober fand in Dortmund die 17. International ABP Induction Conference zu neuesten Entwicklungen im Bereich des induktiven Schmelzens statt. Ende dieses Monats trifft man sich wieder am Gießerei-Institut der TU Bergakademie Freiberg zum Ledebur-Kolloquium, welches seit über 20 Jahren einen festen Platz in der„Tagungslandschaft“ einnimmt. In November und Dezember schließen sich dann im Prinzip vielerorts nahtlos die Barbarafeiern an, die ebenfalls zum fachlichen Austauschgenutzt werden. Angesichts der vor uns allen liegenden und nicht einfacher werdenden Aufgaben sollten wir diese Plattformen zum Wissensaustausch rege nutzen. Anläßlich von Tagungen ist mit Sicherheit auch das Stichwort Klimawandel durch erhöhten CO2-Ausstoss ein viel diskutiertes Thema. Die prinzipielle Auswirkung einer erhöhten Kohlendioxidabgabe auf die Erdatmosphäre ist nicht zu bestreiten, die Theorie, dass wir gegenwärtig das wärmste Klima aller Zeiten haben, ist aber offenbar nicht mehr haltbar. Im neuesten Bericht des Weltklimarates IPCC heißt es nämlich: „Mit hoher Wahrscheinlichkeit war es im Mittelalter, in den Jahren zwischen 950 und 1250 in einigen Regionen genauso warm wie heute“. Trotz der regionalen Einschränkung dieser Aussage liegt in der Feststellung eine Distanzierung zu der selbst unter Klimaforschern umstrittenen Hockeyschlägerkurve – einer Grafik, nach der die Temperaturen mit Beginn der Industrialisierung in Europa und den USA drastisch anstiegen. Weiterhin werden in dem Dokument des Klimarates tropische Wirbelstürme nicht mehr erwähnt. Im Vorgängerbericht von 2007 hatte es noch geheißen, die Stürme würden an Stärke zunehmen. Mit Blick auf die aktuell laufende Hurrikan-Saison bleibt festzustellen, dass 2013 zu den ruhigsten Jahren der näheren Vergangenheit gehört. Zwischen 1901 und 2012 ist die globale Temperatur demnach um 0,89 Grad Celsius angestiegen, das erste Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts war das wärmste seit dem Beginn offizieller Temperaturmessungen. Es sei an dieser Stelle nochmals bekräftigt: Klimaschutz ist ein wichtiges Anliegen der modernen Gesellschaft! Trotzdem stellten die Wissenschaftler fest, dass das Wetter offenbar doch gelegentlich macht was es will: Die Differenz zwischen Modell und Messung sei demnach „zu einem Gutteil von unvorhersehbarer Klimavariabilität verursacht“. Glück Auf! Hartmut Polzin
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