Gerd Röders im Interview mit dem BDI

Wie Innovation in einem Familienunternehmen gelingen kann.

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Gerd Röders, geschäftsführender Gesellschafter der G.A. Röders GmbH & Co. KG, erläutert im Gespräch mit dem BDI, wie Innovation in einem Familienunternehmen gelingen kann.

Innovation ist kein Selbstzweck, sagt Gerd Röders. Wer als Geschäftspartner entwicklungsintensiver Branchen bestehen und Krisen resilient begegnen will, muss stets innovativ bleiben.

Es zählen die Mitarbeiter und der Austausch mit Hochschulen
Innovation hänge zwar eng mit der strategischer Ausrichtung eines Unternehmens zusammen und entstehe durch kontinuierliche Verbesserungsprozesse, erläutert Gerd Röders. Doch ebenso führen kreative Impulse der Mitarbeiter zu guten Ideen. In der G.A. Röders GmbH steht daher eine gute Aus- und Weiterbildung der Beschäftigten im Mittelpunkt. 

Vor allem der Austausch mit Universitäten und Fachhochschulen sei wichtig – "denn allein schafft man es nicht". Die Gießerei pflegt daher seit Jahren einen engen Kontakt zu Forschern. In der Soltauer Gießerei steht beispielsweise eine Druckgussmaschine, die Doktoranden der Universität Braunschweig für Untersuchungen nutzen.

Bürokratie lähmt das kreative Denken
Doch zahlreiche Hürden erschweren es den Unternehmen, Innovationen zu entwickeln, angefangen von den trägen Entscheidungsprozessen bei Förderanträgen bis hin zum Umsetzungsrisiko einer Innovation. Forschungsideen müssen jedoch schnell umgesetzt werden, um auf dem dynamischen Markt zu bestehen. Doch fehlt es Mittelständlern häufig an Kapital und Methodik, um aus Forschungsergebnissen Umsatz zu generieren. Hinzu kommt eine wachsende Bürokratie, welche die Fachkräfte von ihren Kernaufgaben abzieht. Ingenieure werden in wachsendem Umfang mit dem Schreiben von Berichten belastet, etwa für das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. 

"Das bindet dringend benötigte Ressourcen, lähmt kreatives Denken und behindert Innovationsprozesse." 

Was die Politik tun kann
Gerd Röders hat daher einige Vorschläge an die Politik, um produzierende Betriebe bei ihren Forschungsbestrebungen zu unterstützen. Wichtig sei eine moderne, rechtssichere Einwanderungspolitik, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Und die Facharbeiterausbildung braucht endlich wieder gesellschaftliche Anerkennung. 

"Die fachliche Ausbildung muss in der Gesellschaft endlich den gleichen Stellenwert bekommen wie eine akademische Ausbildung." 

Ein weiteres Thema sind Erhaltung und Ausbau staatlicher Forschungsförderungen und Innovationsprogramme. Industrielle Gemeinschaftsforschung sei zentral, da es ohne Netzwerk nicht gehe. Jedoch müsse das Know-how gegenüber internationalen und großen Firmen sicher sein. Nur dann lohnen sich die Investitionen. 

Zudem wünscht sich Gerd Röders, dass die bürokratischen Regeln im Rahmen bleiben, da sie zu viele wertvolle Ressourcen binden, die doch dringend für innovative und wertschöpfende Tätigkeiten benötigt werden.  

Über die G.A. Röders GmbH & Co. KG
Der Familienbetrieb wurde 1814 gegründet und ist inzwischen in der 6. Generation inhabergeführt. Das spezialisierte Gießereiunternehmen beliefert Kunden aus Branchen mit sehr hohen Forschungs- und Entwicklungsintensitäten, wie Luftfahrt, Medizin oder Automobilindustrie. Aktuell steht die Umstellung auf eine klimaneutrale Fertigung im Fokus. Es laufen Versuche mit Wasserstofföfen und es wird an der Nutzung von KI zur Produktionssteuerung geforscht. Ein weiterer Schwerpunkt sind neue hochwertige recycelte Legierungen im Sinne der Nachhaltigkeit.