Mehrplatten-Werkzeugtechnik für Karosseriegussteile

Leichtmetallgießerei im BMW-Werk Landshut entwickelt innovatives Verfahren

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Druckguss
Die Mehrplatten-Werkzeugtechnik bietet gegenüber der konventionellen Werkzeugtechnik den entscheidenden Vorteil, dass Bauteile funktions- statt fließwegoptimiert designt werden können. Einsparungen bei Gewicht und Abmessungen der Bauteile um bis zu 20 Prozent führen wiederum zu einer nachhaltige Optimierung der CO2-Emissionen in der Produktions- und Nutzungsphase.

Diese Einsparungen werden durch eine idealisierte Auslegung der benötigten Angusspositionen sowie der Fließwege erzielt, erläutert Klaus Sammer, Leiter Werkzeugbau, Instandhaltung und Vorentwicklung der BMW-Leichtmetallgießerei in Landshut. Mit der Mehrplattentechnik lassen sich multiple, in den Formhohlraum einmündende Zufuhrkanäle realisieren, ebenso eine verbesserte Angussabtrennung und -entformung. Klaus Sammer ergänzt: „Die Prozessverbesserung macht Produktdesigns mit optimalen Materialeinsatz und eine gewichtsneutrale Umstellung auf Legierungen mit geringeren CO2-Emissionen möglich. Das wiederum leistet einen Beitrag zur Erreichung unserer Nachhaltigkeitsziele.“ 

Das neue Verfahren erhöht zudem die Wirtschaftlichkeit und reduziert den Energieverbrauch im Vergleich zu großen und energieintensiveren Druckgießanlagen. Die Landshuter Anlagen lassen sich künftig auch für das Gießen von Strukturkomponenten nutzen.

Die Leichtmetallgießerei des BMW Group Standorts Landshut ist die einzige Fertigungsstätte für Leichtmetallguss der BMW Group europaweit. Als eine der modernsten Gießereien weltweit wurde das Landshuter Werk mehrfach ausgezeichnet, beispielsweise für den nachhaltigen Einsatz von Aluminium. Mit 43.000 Tonnen im Wert eines dreistelligen Millionen-Euro-Betrags deckt der Bezug von Solar-Aluminium nahezu die Hälfte des jährlichen Bedarfs der Leichtmetallgießerei im Werk Landshut ab. Beim Gießen werden so gut wie keine Emissionen freigesetzt. 

Das Werk Landshut beschäftigt rund 3.500 Mitarbeiter und ist das weltweit größte Komponentenwerk der BMW Group. Zu den produzierten Bauteilen gehören Motor- und Fahrwerkskomponenten aus Leichtmetallguss, Karosseriekomponenten aus Leichtmetallguss und Carbon, Kunststoffkomponenten für das Fahrzeugexterieur, Komponenten für elektrische Antriebssysteme, Sondermotoren sowie Gelenkwellen. Dem Werk ist unmittelbar ein Leichtbau- und Technologiezentrum (LuTZ) angeschlossen. Dessen Ziel ist, mit zukunftsorientierten Innovationen die technologische Transformation der Automobilbranche und deren Zulieferindustrie voranzutreiben. 

www.bmw-werk-landshut.de