Neue Methode gegen Produktfälschung

Magnetisches Tag zur Produktidentifizierung in additiv gefertigten Metallen

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Additive Manufacturing
Produktpiraterie verursacht im deutschen Maschinenbau Schäden in Höhe von durchschnittlich 7 Milliarden Euro im Jahr. Als Hauptverursacher wird mit treuer Regelmäßigkeit China identifiziert, gefolgt von Indien und Plagiaten heimischen Ursprungs.

»Daten werden manchmal einfach per USB-Stick transportiert, wenn jemand das Unternehmen wechselt.« erläutert Ferdinand Jarisch vom Fraunhofer-Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit. Auch Auftraggeber und Zulieferer könnten Quellen von Plagiaten sein, besonders oft in Form des »unlauteren Nachbaus«.

Eine Lösung gegen Produktpiraterie würde wesentlich dazu beitragen, wirtschaftliche Schäden als auch Sicherheitsrisiken zu begrenzen.

Forscher der Texas A&M University haben jetzt eine Methode entwickelt, mit der ein verstecktes magnetisches Etikett mit Authentifizierungsinformationen während des Herstellungsprozesses in die Produkte eingeprägt wird. Der Identifikator ist dauerhaft und eindeutig. Indem physische Markierungen wie Barcodes oder QR-Codes durch diese versteckten magnetischen Markierungen ersetzt werden, können gefälschte Waren leichter entlarvt werden. 

Das Team hat seine Forschungsergebnisse kürzlich in der Zeitschrift Additive Manufacturing unter dem Titel "Embedded Information in Additively Manufactured Metals via Composition Gradients for Anti-Counterfeiting and Supply Chain Traceability" veröffentlicht. Zu der Gruppe gehören Forscher aus dem Fachbereich Materialwissenschaft und Ingenieurwesen und dem Fachbereich Maschinenbau der Texas A&M University, College of Engineering, und Dr. Jitesh Panchal, Professor für Maschinenbau an der Purdue University. 

Das Team setzt additive Fertigungstechniken für Metall ein, um lesbare magnetische Etiketten unter die Oberfläche nichtmagnetischer Stahlteile einzubetten. Dazu hat es einen maßgeschneiderten dreiachsigen Magnetsensor entwickelt, der die Oberfläche eines Bauteils abbilden und die Bereiche aufzeigen kann, in denen ein eingebettetes magnetisches Etikett zugänglich ist. Dieses kann dann mit einem magnetischen Sensorgerät, z. B. einem Smartphone, ausgelesen werden. 

Weitere Anwendungen für diese Methode sind die Bereiche Rückverfolgbarkeit oder Qualitätskontrolle.

"Dies ist das erste Mal, dass die magnetischen Eigenschaften des Materials auf diese Weise genutzt werden, um Informationen in ein nichtmagnetisches Teil einzubringen, speziell für den 3D-Druck von Metallen." so Dr. Daniel Salas Mula von der Texas A&M Engineering Experiment Station. Es gäbe zwar auch andere Methoden, um Informationen in ein Bauteil zu implementieren, aber sie erforderten in erster Linie hochentwickelte und kostspielige Geräte, was eine Hürde für die Umsetzung in der Praxis darstellt.

Obwohl das System bereits sicherer ist als ein physisches Etikett oder ein Code, der sich auf der Außenseite eines Gegenstands befindet, arbeitet das Team noch daran, die Komplexität der Sicherheitsmethode zu verbessern. In den nächsten Schritten solle eine sicherere Methode zum Auslesen der Informationen entwickelt werden, möglicherweise durch die Implementierung einer physischen "doppelten Authentifizierung", bei der der Benutzer eine bestimmte Aktion oder einen bestimmten Auslösereiz anwenden muss, um den Zugang zum magnetischen Etikett freizugeben.
 

Mehr Informationen:

D. Salas, D. Ebeperi et al.; Embedding hidden information in additively manufactured metals via magnetic property grading for traceability. Additive Manufacturing, Volume 60, 2022, https://doi.org/10.1016/j.addma.2022.103261

https://engineering.tamu.edu
www.aisec.fraunhofer.de/Produktpiraterie2022.html
www.spiegel.de/wirtschaft