Schweizer Gießereibranche befürchtet Deindustrialisierung

Verbandsinterne Umfrage

Energiepreis
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Aus der Branche
Die Schweizer Gießereibranche spielt mögliche Szenarien für den Fall einer Energie-Mangellage durch. Danilo Fiato, Präsident des Giesserei-Verbandes der Schweiz (GVS), stellt die Ergebnisse einer verbandsinternen Umfrage vor.

Demnach müssen schon bei einer Reduktion der Lieferung von Erdgas um 20 % bei allen Firmen Teilabschaltungen von Prozessen vorgenommen werden. Die meisten Gießereien bevorzugen bei einer Mangellage, die gesamte Produktion jeweils eine Woche zu unterbrechen, und danach wieder z. B. 4 Wochen zu produzieren. Die tageweise Unterbrechung ist nur für ein Drittel der Befragten eine Option, das stündliche Unterbrechen gar nur für wenige Gießereien. 

Mögliche Lösungsansätze sehen die Schweizer Gießereien in der Vorproduktion von Produkten und vor allem in einer engen Abstimmung mit den Energieversorgern.

Danilo Fiato betont, dass in den nächsten Wochen und Monaten Agilität und Innovationskraft gefragt seien. Durch den seit Kriegsbeginn erstarkten Schweizer Franken bzw. schwächeren Euro hätte die exportorientierte Schweiz gegenüber Europa bereits an Wettbewerbsfähigkeit verloren. 

Würden die in der EU diskutierten Maßnahmen wie Deckelung der Strom- und Energiepreise oder andere Entlastungsmaßnahmen für die Industrie umgesetzt, müsse die Schweizer Politik zwingend mitziehen. Ansonsten drohe in der Schweiz eine zusätzliche massive Verschlechterung der Wettbewerbsfähigkeit und letztlich eine beschleunigte Deindustrialisierung.
 

Mehr Informationen:

https://giesserei-verband.ch

Der Gießerei-Verband der Schweiz hat seit diesem Jahr eine Verbands-Seite auf LinkedIn:
www.linkedin.com/company/giesserei-verband-schweiz