Stahl wird teuer, Aluminium wird knapp

Aluminium und Stahl sind von den Verwerfungen infolge des Ukraine-Kriegs betroffen

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Seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine sind die Vormaterialpreise von Stahl sprunghaft gestiegen. Der Preisdruck betrifft inzwischen die gesamte Wertschöpfungskette von Stahl. Parallel dazu haben die meisten ukrainischen Stahlwerke ihre Produktion entweder vollständig eingestellt oder deutlich heruntergefahren. Stahllieferungen aus Russland entfallen aufgrund der Sanktionen.

Rund 40 % der Roheisenimporte sowie über 40 % der Steinkohle- und Hochofenkoksimporte von Deutschland stammen aus Russland. Da erwartet wird, dass russische Lieferungen von Roheisen ausfallen, steigen die Schrottpreise. Auch diese hatten bereits vor Kriegsausbruch auf einem hohen Niveau gelegen. Der Bezug von Roheisen aus anderen Quellen (Kanada, Brasilien) wäre möglich, jedoch teuer, da die Frachtraten für Schiffstransporte stark angezogen haben. 

Hinzu kommt, dass die bereits hohen Preise von Erdgas, Erdöl und Strom nach Beginn des Ukrainekrieges explodierten. Aufgrund der hohen Stromkosten haben deutsche Stahlwerke ihre Produktion gedrosselt. Einige Unternehmen schalteten ihre Elektrostahlöfen bereits temporär ab. Daher ist zu erwarten, dass der Stahlpreis anzieht, anstatt – wie noch zu Jahresbeginn erwartet – sich zu entspannen.

Aluminium, der nach Stahl zweitwichtigste Werkstoff, ist ebenfalls von Preisexplosionen gekennzeichnet. Laut Börse Online lag die Notierung Anfang April jenseits der Marke von 3.500 Dollar pro Tonne. 

Einer der Faktoren ist das australische Exportverbot für Bauxit und Alumina nach Russland. Russische Aluminiumproduzenten bestreiten ihren Alumina-Bedarf zu einem Fünftel aus Australien und zu einem weiteren Fünftel aus der Ukraine. Die ukrainische Produktion wurde am 1. März gestoppt.

Der russische Aluminiumproduzent Rusal ist nach den chinesischen Konzernen Chinalco und China Hongqiao der zweitgrößte Aluminiumhersteller der Welt. Müsste das Unternehmen seine Produktion herunterfahren, würde das den ohnehin unterversorgten Markt spürbar belasten. Ob China die Lücke füllen kann, ist fraglich, da die chinesischen Wirtschaftszentren stark durch die Corona-Beschränkungen beeinträchtigt sind. Daher ist ein weiterer Anstieg des Aluminiumpreises möglich.

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