thyssenkrupp baut größte deutsche Direktreduktionsanlage in Duisburg

Kapazität für 2,5 Millionen Tonnen grünen Stahl pro Jahr

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Der Vorstand der thyssenkrupp AG hat Eigenmittel für den Bau der ersten Direktreduktionsanlage freigegeben. Die Investitionen sollen sich auf mehr als zwei Milliarden Euro belaufen, vorbehaltlich einer Förderung durch die öffentliche Hand.

Mit dem Bau der Anlage strebt der Konzern eine führende Marktposition für CO2-armen Stahl an. Die Auftragsvergabe ist für den Herbst 2022 geplant, die Produktion soll 2026 starten.

Bernhard Osburg, Vorstandsvorsitzender der thyssenkrupp Steel Europe AG kündigt an, dass die Anlage in absehbarer Zeit über zwei Millionen Tonnen CO2-arm produzierten Stahl pro Jahr liefern soll. Mit dieser Kapazität an direkt reduziertem Eisen wird die erste Anlage größer dimensioniert sein, als zunächst geplant. Mit dem Projekt wird der steigenden Nachfrage nach klimafreundlichem Stahl Rechnung getragen und der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft forciert. "Wir bekräftigen damit unser Ziel, im Wettbewerb um die grünen Stahlmärkte der Zukunft eine führende Rolle einzunehmen und unsere Kunden bei der Erreichung ihrer Dekarbonisierungsziele zu unterstützen."

Martina Merz, Vorstandsvorsitzende der thyssenkrupp AG, unterstreicht die Bedeutung des Ruhrgebietes bei der Energiewende: "In dieser Region ist alles da, was es für eine erfolgreiche grüne Transformation braucht. Davon sind wir fest überzeugt, und das belegt auch diese Investition, die eine Zeitenwende für die Stahlproduktion im Ruhrgebiet einleitet.“

Tekin Nasikkol, Gesamtbetriebsratsvorsitzender bei thyssenkrupp Steel ergänzt: „Das ist vor allem auch ein klares Bekenntnis zur Beschäftigungssicherung und zur Zukunft unseres Standortes." Da die neuen Produktionskonzepte neue Fähigkeiten erfordern, sollen die Mitarbeiter gezielt für die klimaneutrale Stahlproduktion qualifiziert werden.

Im Zuge des thyssenkrupp-Projekts tkH2Steel® werden kohlebasierte Hochöfen durch wasserstoffbetriebene Direktreduktionsanlagen ersetzt. Das dort reduzierte Eisen wird in nachgeschalteten Einschmelzaggregaten zu Roheisen verflüssigt. Für die folgenden Produktionsschritte kann die bestehende Anlagenstruktur genutzt werden. 

Da die erste Anlage mehr Kapazität haben wird als ursprünglich geplant, wurden auch die Klimaziele angehoben. Technologievorstand Arnd Köfler erläutert: „2030 planen wir bereits mit rund fünf Millionen Tonnen CO2-armen Stahl und einer dann realisierten CO2-Einsparung von weit mehr als 30 Prozent." Der Bau der Anlage wird nicht nur Arbeitsplätze im Ruhrgebiet sichern, sondern kann auch ein Vorbild für weitere Dekarbonisierungsprojekte der Stahlindustrie sein.

www.thyssenkrupp.com