INOTEC-Baukastensystem bietet Flexibilität

Anorganischer Binder für Aluminium-Druckgussteile

Das Hildener Unternehmen ASK Chemicals präsentiert auf der Metal + Metallurgy China in Schanghai vom 13. bis 16. Juni 2017 seine anorganische Bindertechnologie zur Produktion von Aluminium-Zylinderköpfen und Kurbelgehäusen.

Mit der INOTEC-Technologie (rechts) können Sandanhaftungen und Penetrationen deutlich reduziert werden. Foto: ASK Chemicals

Die oft zitierte Technologie-Lücke zwischen organischen und anorganischen Bindersystemen konnte mit der INOTEC-Technologie nach Angaben von ASK Chemicals geschlossen werden. Besonders bei der Herstellung qualitativ hochwertiger Aluminium-Druckgussteile für die Automobilindustrie habe die INOTEC-Technologie gegenüber den konventionellen Technologien Vorteile, zum Beispiel eine Reduzierung von Sandanhaftungen und Penetration sowie eine hohe Maßgenauigkeit beim Gießen, so das Unternehmen.

ASK hebt auch die verbesserten Struktureigenschaften von Aluminium-Gussteilen durch einen verkürzten Dendritenarmabstand als einen besonders bemerkenswerten Nutzen von INOTEC hervor. Denn diese anorganische Bindertechnologie zeichnet sich durch kürzere Erstarrungszeiten der Aluminiumschmelze aus, was direkten Einfluss auf den Dendritenarmabstand und somit auf die Strukturqualität des Gussteiles hat.

In umfangreichen Laborversuchen stellte ASK Chemicals fest, dass die SDAS-Werte von Cold-Box-gebundenen Gussteilen in einer Bandbreite von 79 µm bis 99 µm liegen, während diese bei INOTEC-gebundenen Gussteilen von 66 µm bis 86 µm reichen. Im Durchschnitt liegen die SDAS-Werte, die bei INOTEC-gebundenen Gussteilen festgestellt wurden, um 9,8 % niedriger.

Baukastensystem für verschiedene Anforderungen

INOTEC ist eine Technologie im Baukastensystem für variable wie auch für komplexe Gussgeometrien. Sie ist besonders geeignet zur Einstellung von Sandkerneigenschaften in Abhängigkeit von Kernart und Kerngeometrie. Dabei werden verschiedene INOTEC-Bindersystemkomponenten mit spezifischen Eigenschaften in einem definierten Mischungsverhältnis eingesetzt, um den jeweiligen Sandkerneigenschaften bei moderatem Materialaufwand gerecht zu werden.

„Dieses Baukastenprinzip bietet den Gießereien die Flexibilität, die sie brauchen, um anorganische Kernpakete sowohl mit besonders filigranen als auch mit einfacheren bzw. weniger komplexen Geometrien herzustellen“, so Christian Appelt, Global Incubator Business Manager Inorganics. „Kanalkerne oder Wassermantelkerne benötigen ggf. unterschiedliche Mischungen aufgrund unterschiedlicher Aluminium-Sand-Verhältnisse oder unterschiedlicher Materialbeanspruchung.“

Vorteile für die Umwelt

Der Nutzen für die Umwelt resultiert daraus, dass INOTEC eine anorganische Bindertechnologie auf Wasserbasis ist. Das Ausbleiben gefährlicher Emissionen bei der Kernherstellung, Kernlagerung und dem Gießvorgang macht eine umfangreiche Belüftung und Abluft-/Reinigungssysteme in der Prozesskette überflüssig, so ASK.

Zusätzliche wirtschaftliche Vorteile

Neben dem technologischen Nutzen weist INOTEC gegenüber konventionellen Bindertechnologien auch prozessbezogene Vorteile auf. Besonders hebt ASK einen starken Anstieg der Produktivität im Gießprozess aufgrund der permanent niedrigeren Kokillentemperatur und der ausbleibenden Kondensatbildung sowie die daraus resultierenden kürzeren Erstarrungszeiten hervor.

Durch das Fehlen organischer Komponenten kann auch der Materialaufwand bei Wartung und Service verringert werden. Der Einsatz von INOTEC führt nicht zu einem Kondensataufbau, was in der Folge wiederum den erforderlichen Reinigungsaufwand reduziert. Ebenso können Investitionen in Belüftung bzw. Abluft eingespart werden.

ASK Chemicals Casting Academy

Im Rahmen der Fachmesse der Metal + Metallurgy China 2017 in Schanghai veranstaltet ASK Chemical am 14. Juni auch wieder seine Casting Academy. Ein Vortragsblock ist speziell dem Thema INOTEC gewidmet. Weitere Informationen sind am Stand von ASK Chemicals in Halle N1, Stand A 27 erhältlich.

www.ask-chemicals.com