Gießereimaschinen: Moderates Umsatzwachstum für 2017 erwartet

Konjunkturumfrage des VDMA-Fachverbandes Gießereimaschinen bestätigt statistisch ausgewiesenen Aufwärtstrend

Die Hersteller von Gießereimaschinen sind für 2017 verhalten zuversichtlich. Der VDMA-Fachverband echnet mit einem Umsatzwachstum im einstelligen Bereich. Bis zu 8 Prozent Zuwachs erscheinen möglich.

Dr. Timo Würz, Geschäftsführer des VDMA-Fachverbandes Gießereimaschinen. Foto: VDMA

Die deutschen Gießereimaschinenhersteller schlossen das Jahr 2016 mit einem geringen Umsatzrückgang von 2 Prozent ab. Bereits 2015 hatte die Branche einen einstelligen Umsatzrückgang zu verzeichnen (minus 6 Prozent). Positiver ist der Ausblick auf 2017, da die Auftragsbücher im Gesamtdurchschnitt zum Jahresende ein Plus von 18 Prozent im Vergleich zu 2015 auswiesen. Mehr Aufträge kamen insbesondere aus den Nicht-Euro-Ländern (plus 37 Prozent). Dem positiven Ausblick entsprechend lag das Produktionsvolumen der Branche 2016 mit einem Wert von 1.133 Mio. Euro um gut 5 Prozent über dem Vorjahr, teilte der Verband mit.

„Die aktuelle Konjunkturumfrage des VDMA-Fachverbandes Gießereimaschinen bestätigt den statistisch ausgewiesenen Aufwärtstrend. Die Branche ist für 2017 verhalten zuversichtlich und rechnet mit einem Umsatzwachstum im einstelligen Bereich. Bis zu 8 Prozent Zuwachs erscheinen möglich. Am optimistischsten sind dabei Zulieferer in automobilnahen Sektoren mit dem Schwerpunkt Nichteisen-Metallguss für Leichtbaukomponenten“, kommentiert Dr. Timo Würz, Geschäftsführer des VDMA-Fachverbandes Gießereimaschinen.

 

Deutsches Gießereitechnik-Exportgeschäft trotzt 2016 rückläufigem Trend

Die fünf größten Gießereitechnik-Lieferländer – Italien, Japan, China, Deutschland und die Republik Korea – hatten im vergangenen Jahr im Durchschnitt einen Exportrückgang um 11 Prozent zu verzeichnen. Weltweit ging der Handel der Branche 2016 um über 13 Prozent zurück. (Weltweite Exportdaten 2017 liegen noch nicht vollständig vor. Fehlende Werte u.a. aus Russland, Singapur und Thailand).

In diesem Umfeld wuchsen die deutschen Gießereimaschinen-Exporte 2016 um knapp 2 Prozent. Der über die Zollstatistik erfasste Exportwert aus Deutschland heraus liegt für das vergangene Jahr bei 160 Mio. Euro. (Die Nomenklatur der amtlichen Statistik erlaubt es nicht, die Gesamtheit der Gießereimaschinenexporte zu erfassen. Die Bereiche ‚Sandaufbereitungstechnik für Gießereien‘ und ‚Herstellung von Gießformen‘ sind in der Exportstatistik nicht trennscharf zu erfassen und in den angegebenen Daten nicht enthalten.)

Während die Ausfuhren nach China auf hohem Niveau stark rückläufig waren (minus 31 Prozent), legten insbesondere die Lieferungen nach Schweden mit plus 173 Prozent und in die USA (plus 76 Prozent) überdurchschnittlich zu. Im Aufwärtstrend lagen auch die Exporte in die EU28 (plus 11 Prozent).

Nach China (24 Mio. Euro), Schweden (19 Mio. Euro) und den USA (16 Mio. Euro) war 2016 Polen mit einem Liefervolumen im Wert von nahezu 10 Mio. Euro (plus 25 Prozent) viertgrößter Abnehmer von Gießereitechnik aus Deutschland. Weniger wurde hingegen an eine Reihe traditionell starker Handelspartner geliefert, wie Großbritannien, Italien und Frankreich – eine Ausnahme war Spanien (plus 46 Prozent). Gegenüber 2015 mehr als verdoppelt haben sich hingegen die Ausfuhren nach Russland (plus 135 Prozent) und in die Türkei (plus 189 Prozent).

 

Aluminumguss für den Automobilsektor weiter im Aufwind

Der Wachstumstrend zugunsten des Nichteisen-Metallgusses setzt sich nicht nur in Deutschland fort. Weltweit legte die Produktion der NE-Metallgießereien in den letzten Jahren zu, während Eisen- und Stahlgießereien – die allerdings nach wie vor für das Gros der Gesamtproduktion stehen – wiederholt Rückgänge zu verbuchen hatten. In Bezug auf die großen Abnehmerbranchen stehen dahinter u.a. die Entwicklungen im Fahrzeug- und im Maschinenbau.

Ein Blick auf die letzte Erhebung der Weltgussproduktion (veröffentlicht in ‚Modern Casting‘, Dezember 2016), mit den Zahlen für das Jahr 2015, zeigt im Vorjahresvergleich eine weltweit stagnierende Gussfertigung (minus 1 Prozent). Es schlagen dabei besonders die stagnierenden Werte aus China, den USA und Deutschland zu Buche. Zwei Drittel der weltweiten Gussfertigung entstehen allerdings mittlerweile in Asien.

„Stagnation auf traditionellen Märkten prägt das aktuelle Bild der Branchen-Erwartungen. Zwangsläufig beschäftigen auch die Gießereitechnik-Hersteller nach wie vor die zahlreichen Fragen zu möglichen Risiken für die politische und wirtschaftliche Stabilität. Dies gerade auch, weil der Ausbau lokaler Präsenz für die Unternehmen der Branche, ebenso wie für ihre Anwenderindustrien, vielerorts eine Notwendigkeit für weiteres Wachstum ist“, erläutert Würz.

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