ZVO-Oberflächentage 2017 mit Teilnehmerrekord

Keine hochwertige Beschichtung ohne saubere Oberfläche

Die Referate des in die Veranstaltung integrierten Forums Bauteilreinigung des Fachverbands industrielle Teilereinigung e.V. (FiT) stießen auf sehr großes Interesse.

Das Vortragsangebot des Forums Bauteilreinigung vermittelte viel Wissen, um beschichtungsfähige Oberflächen herzustellen. Foto: FiT

Mit 665 Teilnehmern erzielten die die Oberflächentage des Zentralverbands Oberflächentechnik e.V. (ZVO) vom 13. bis 15. September 2017 in Berlin erneut eine Rekordbeteiligung und bot mit 87 Vorträgen das bisher vielschichtigste Programm. Auf sehr großes Interesse stießen dabei die Referate des in die Veranstaltung integrierten Forums Bauteilreinigung des Fachverbands industrielle Teilereinigung e.V. (FiT).

Mit den Verunreinigungen, die während der Fertigung Spuren auf einem metallischen Bauteil hinterlassen, beschäftigte sich das Referat von Professor Brigitte Haase (Hochschule Bremerhaven). Es gab einen Überblick über die Zusammensetzung der Verunreinigungen und stufte die Komponenten wichtiger Betriebsstoffe hinsichtlich ihrer Entfernbarkeit ein.

Reiner Grün (Surtec Deutschland GmbH) thematisierte Chemie und Physik des Reinigungsprozesses. Er erläuterte den prinzipiellen Aufbau von wässrigen Reinigern als Vollprodukt und 2K-System, die Funktion und das synergetische Zusammenwirken der Bestandteile und die Bedeutung der Wasserqualität für die Reinigungsqualität.

Aufgaben, Anwendungen/Einsatzgebiete und Ziele der Vorbehandlungsschritte Beizen und Dekapieren bildeten das Thema des Beitrags von Christoph Hoge (Coventya GmbH).

Die elektrolytische Entfettung von Metallen als mechanischen Feinreinigungsschritt stellte Christiane Müller (Dr. Hesse GmbH & Cie KG) vor. Sie ging dabei auf die physikalischen Grundlagen, Anforderungen sowie Vor- und Nachteile der anodischen und kathodischen Entfettung ein.

Die Kreislaufführung von Reinigungs- und Spülmedien als qualitätsverbessernde und ressourcensparende Maßnahme präsentierte Rolf Schreinert (Enviro Falk GmbH). Neben den Grundlagen wurde anhand von Beispielen aus verschiedenen Branchen verdeutlicht, welche Potenziale sich durch die Kreislaufführung der Prozesswasser ausschöpfen lassen.

Messmethoden zur kontinuierlichen Ermittlung der Tensidkonzentration in galvanischen Reinigungsbädern, der Überwachung der Badverschmutzung durch Öle und Fette sowie zur Kontrolle der erzielten filmischen Sauberkeit stellte André Lohse (SITA Messtechnik GmbH) vor.

Die Möglichkeiten der Lösemittelreinigung in der Vorbehandlung thematisierte Michael Onken (Safechem Europe GmbH). Er informierte dabei über die Einsatzbereiche verschiedener Lösemittel, über Einflüsse von in Bearbeitungsmedien enthaltenen Zusatzstoffen/Additiven auf die Prozessstabilität und über wirtschaftliche Faktoren.

Was Mikroorganismen in der Oberflächenreinigung und Entfettung leisten können, thematisierte Professor Peter M. Kunz (Hochschule Mannheim). Er zeigte dabei anhand von drei Beispielen auf, welcher wirtschaftliche Nutzen neben arbeitsverbessernden Maßnahmen aus dem Einsatz von Mikroorganismen gezogen werden kann und was verfahrenstechnisch dafür erforderlich ist.

Über die Einsatzmöglichkeiten von Plasma für das Entlacken und Reinigen, beispielsweise um eine Acryllackschicht von CFK, einen 2K-PU-Lack von einem Aluminiumsubstrat zu entfernen oder eine partielle Schichtentfernung für Klebestellen, informierte Stefan Nettesheim (Relyon Plasma GmbH).

Dass wässrige Reihentauchanlagen mit entsprechenden Medien auch für die Realisierung von Oberflächenprozessen wie Eisen-, Zink- und Manganphosphatierung sowie für das Entphosphatieren eingesetzt werden können, veranschaulichte Babette Winkel (Ecoclean) durch verschiedene Praxisbeispiele.

Welche Möglichkeiten existieren, um einen bestehenden Reinigungsprozess zu optimieren? Diese Frage beantwortete Jens Emmerich (BCD Chemie GmbH) am Beispiel einer Härterei. Erläutert wurden die einzelnen Arbeitsschritte entlang der kompletten Prozesskette und die durchgeführten Maßnahmen mit denen die Ziele – stabile Folgeprozesse, verbesserte Prozesskontrolle und optimierte Oberflächenqualität – erreicht werden konnten.

Additiv gefertigte, metallische Bauteile gewinnen in verschiedenen Branchen wie der Medizin- und Energietechnik zunehmend an Bedeutung. Nachfolgeprozesse wie die Reinigung, bei der unter anderem Anhaftungen und Anschmelzungen von Pulverpartikeln zu entfernen sind, stellen jedoch häufig noch eine Herausforderung dar. Den aktuellen Stand der Technik, die prozesstechnischen Stärken und Grenzen der Verfahren Stoßwellenreinigung, CO2-Trockeneis- und Schneestrahlreinigung sowie Ultraschallreinigung und die anlagentechnischen Voraussetzungen stellte Johannes Mankiewicz (Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK) vor.

Die nächsten ZVO-Oberflächentage finden vom 19. bis 21. September 2018 in Leipzig statt. Vortragsvorschläge für das integrierte Forum Bauteilreinigung können bis 31. Januar 2018 online über oberflaechentage.zvo.org/vortragsaufruf eingereicht werden.

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