HAI erweitert Homogenisierung in Rumänien

Hertwich setzt Trend zum Verbundbetrieb von Durchlauf- und Kammerhomogenisierungsöfen

Immer mehr Gießereien gehen dazu über, Durchlauf- und Kammerhomogenisierungsanlagen miteinander zu kombinieren. Mittlerweile kann der kombinierte Einsatz von Durchlauf- und Kammerhomogenisierungsöfen schon als Stand der Technik in einer modernen Gießerei bezeichnet werden.

Bestehende Durchlaufhomogenisierungsanlage bei Hammerer Aluminium in Rumänien. Foto: SMS Group

Die im rumänischen Santana ansässige Hammerer Aluminium Industries Santana S.R.L. hat bei Hertwich Engineering, einer Tochter der SMS Group, eine zweite Homogenisierungsanlage, bestehend aus zwei Kammeröfen, einer Kühlstation sowie Handlingeinrichtungen, bestellt. Die Inbetriebnahme ist für Februar 2018 geplant.

Die österreichische Hammerer Aluminium Industries (HAI) hat im Jahre 2009 im rumänischen Santana eine Gießerei für Aluminium-Strangpress-Vormaterial errichtet. Für die Homogenisierung der stranggegossenen Aluminium-Stangen wurde damals eine moderne Hertwich-Durchlaufhomogenisierung mit Ultraschallinspektion, Säge und Verpackung in Betrieb genommen. Zu diesem Zeitpunkt betrug die Jahresproduktion des Werkes 80.000 Tonnen.

Die jetzt bestellten Kammerhomogenisierungsöfen ergänzen die vorhandene Durchlaufhomogenisierungsanlage in mehrfacher Hinsicht. Zunächst einmal bietet die neue Anlage eine Kapazitätsausweitung um rund 50 Prozent. Hinzu kommt die Flexibilisierung der Produktion, weil die Durchlaufhomogenisierung für häufigeren Wechsel der Homogenisierungsparameter oder auch für Legierungen mit sehr langen Haltezeiten weniger geeignet ist. In solchen Fällen spielt der Kammerhomogenisierungsofen seine Vorteile aus. Im Falle von Hammerer Aluminium in Santana kommt weiterhin hinzu, dass Kammerhomogenisierungsöfen auch für die Wärmebehandlung der neu ins Produktionsprogramm aufgenommenen Walzbarren eingesetzt werden können.

In jüngerer Zeit gehen aus den genannten Gründen immer mehr Gießereien dazu über, Durchlauf- und Kammerhomogenisierungsanlagen miteinander zu kombinieren. Mittlerweile kann der kombinierte Einsatz von Durchlauf- und Kammerhomogenisierungsöfen schon als Stand der Technik in einer modernen Gießerei bezeichnet werden. Diese Kombination bietet, wie auch in dem beschriebenen Falle, die Möglichkeit einer verketteten Aufstellung und Steuerung, so dass die Nebeneinrichtungen zum Sägen, Kontrollieren, Stapeln, Umreifen, etc. von beiden Anlagen genutzt werden können. Im Falle von Hammerer Aluminium in Rumänien werden neben der Erweiterung der bestehenden Ultraschallprüfung dafür noch zusätzliche Transporteinrichtungen installiert.

Der Trend zum Verbundbetrieb von Durchlauf- und Kammerhomogenisierungsöfen wurde eingeleitet, als Hertwich vor wenigen Jahren die konventionelle Kammerofenbauweise kritisch hinterfragt und überdacht hat. Die neu entwickelten Kammeröfen sind nicht nur hinsichtlich Temperaturverteilung mit den Durchlauföfen vergleichbar, auch ihr Betrieb ist mithilfe geeigneter Einrichtungen weitgehend automatisiert. Nachdem der Markt die neue Kammerofengeneration eine Zeit lang kritisch beobachtet hatte, ist die Branche jetzt von den Vorteilen vollends überzeugt.

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