„Wir bewerten und können auch verkaufen“

Hämmerle GmbH & Co. KG: Gebrauchtmaschinen gewinnbringend veräußern

Peter Hämmerle über Herausforderungen und Chancen von Bewertungen und Verwertungen im Mittelstand.

Peter Hämmerle. Foto: Hämmerle

Ob Warenbestände, Oldtimersammlung oder Werkzeugmaschinen: Peter Hämmerle (Eching) verkauft mit seinem Team nahezu alles. Sein Unternehmen ist einer der Marktführer bei Bewertungen und Verwertungen von Anlage- und Umlaufvermögen in Unternehmen aller Branchen. Welche Chancen sich in diesem Markt für Verkäufer und Käufer bieten, erläutert der Kaufmann im folgenden Interview.

Herr Hämmerle, Sie sind „Sachverständiger sowie öffentlich bestellter und vereidigter Auktionator für Maschinen und technische Anlagen“. Ist Ihr Unternehmen ein Auktionshaus?

Ja, auch: Wir versteigern Betriebsvermögen sowohl in Online-Auktionen als auch manchmal mit Hammer und Pult live vor Interessenten. Das ist aber nicht unser Kerngeschäft. Unsere Unternehmensgruppe gilt als einer der führenden Spezialisten für die zuverlässige Bewertung und Verwertung von Anlage- und Umlaufvermögen, also von Maschinen und technischen Anlagen, jeglicher Betriebs- und Geschäftsausstattung, von Vorräten sowie Fertigwaren-Beständen. Wir ermitteln schnell und zuverlässig deren Werte und wissen, wie wir die Maschinen und Produkte bestmöglich verkauft bekommen. Neben unserer eigenen Website mit Auktionen und Verkaufsangeboten kooperieren wir mit globalen Börsen und Handelsplattformen, um weltweit Käufer für die Angebote zu finden. So können wir nahezu alles vermarkten.

Was können Sie nicht verkaufen?

Das sind eigentlich nur speziell gefertigte Teile oder Produkte aus nicht verwertbaren Materialien – also zum Beispiel Chargen von Kunststoff-Spritzteilen. Alle anderen Anlagen und Produkte haben einen Wert im Markt – von gut gehenden Werkzeugmaschinen bis zu Einzelhandelsprodukten, wie z. B. Kleidung. Selbst für spezielle Sondermaschinen finden wir eine Lösung, auch wenn der Erlös dann nicht immer den ursprünglichen Vorstellungen unseres Auftraggebers entspricht. Da wir vor der Verwertung aber immer erst eine Bewertung abgeben, weiß der Kunde, was er erwarten darf.

Wer ruft bei Ihnen an und fragt Ihre Leistungen nach?

Im Prinzip ruft uns jeder an, der im B2B etwas bewerten oder verwerten möchte bzw. muss. Das kann die Unternehmer-Witwe sein, die zügig einen Betrieb auflösen möchte, oder der ältere Inhaber, der keinen Nachfolger für sein Unternehmen gefunden hat. Es sind aber vor allem Banken, Leasinggesellschaften oder Liquidatoren, die verlässliche Angaben über die im Unternehmen vorhandenen Werte brauchen und die diese Assets dann verkaufen wollen. Ein klassisches Beispiel ist die Kontaktaufnahme durch einen Insolvenzverwalter, der die zu erwartenden Verkaufserlöse ermitteln lassen will: Wir erstellen ein Gutachten mit dem Zerschlagungswert, also dem Worst-Case-Preis für die Vermarktung innerhalb von drei Monaten inklusive aller dabei anfallenden Abwicklungskosten. Mit unserer langjährigen Erfahrung und unserer vielfältigen Branchen-Kompetenz können wir bereits im Vorfeld ziemlich genau den zu erwartenden Erlös beziffern. Dabei orientieren wir uns an der Fungibilität und den Marktpreisen vergleichbarer Transaktionen.

Wie schnell können Sie einen Preis für eine Maschine ermitteln?

Wenn beispielsweise Leasinggesellschaften bei uns anfragen, erhalten wir per E-Mail einen ausgefüllten Fragebogen mit den wichtigsten Daten sowie einigen Fotos von der Maschine zugesandt. Innerhalb weniger Stunden haben wir zumeist das Gutachten fertig und online an den Kunden geschickt. Bei komplexeren Anfragen müssen wir vor Ort detaillierter prüfen und können erst daraufhin ein Wertgutachten erstellen. Aber auch das schaffen wir in den meisten Fällen innerhalb von nur einer Woche.

Zu wissen, was eine Maschine im Verkauf bringen kann ist das eine – sie tatsächlich zu verkaufen das andere. Wie finden Sie die Käufer?

Wie bereits erwähnt, haben wir ein breites Spektrum von Online-Vermarktungswegen zur Verfügung oder wir führen eine klassische Präsenzauktion durch. In jedem Fall machen wir uns bereits in der Vor-Auftragsphase Gedanken und entwickeln maßgeschneiderte Vermarktungs-Konzepte. Da kann es sein, dass wir große Warenbestände losweise an Sonderposten- und Großpostenhändler verkaufen oder wir verkaufen direkt „über die Theke“ an die Endkunden. Dabei ist es unser Ziel, immer den besten Kunden für die Waren und Maschinen zu finden, um den Gewinn für unseren Auftraggeber zu maximieren.

Welchen Vorteil hat ein Verkäufer, wenn er Sie beauftragt?

Wir bieten dem Auftraggeber eine internationale Plattform, über die wir Best-Ergebnisse für seine Assets erzielen. Zudem weiß er bereits im Voraus, mit welchen Erlösen er rechnen darf. Er kann von uns ein Rundum-Sorglos-Paket erhalten: von der Bewertung bis zur Endabrechnung. Da wir ein separates Treuhand-Konto einrichten, ist zudem der gesamte Zahlungsfluss sauber dokumentiert.

... und der Käufer?

Die nationalen und internationalen Bieter haben die Möglichkeit, an gute Maschinen zu kommen – und das manchmal, bei Sondermaschinen, auch zu echten Schnäppchenpreisen. Angebot und Nachfrage bestimmen auch in unserem Geschäft den Markt. Wir arbeiten zudem stets transparent und fair, auch wenn wir keine Gewährleistung bieten können. Trotzdem erhalten wir über unser Qualitätsmanagement-System zumeist ein sehr positives Feedback.

Was machen Sie besser als Ihre Wettbewerber?

Das Wichtigste: Von Gründung der Hämmerle GmbH & Co. KG an haben wir die Bewertung immer sauber von der Verwertung getrennt. Damals waren wir das erste Unternehmen, das so vorging. Weitere Gründe: Wir erstellen qualitativ hochwertige Gutachten sehr schnell, reagieren dynamisch auf Kundenanfragen und bieten eines der breitesten Dienstleistungs-Spektren im Markt. Wir sind schlicht für unsere Auftraggeber da! Daraus entwickelt sich zumeist eine langfristige Zusammenarbeit, die auf Vertrauen und Kompetenz basiert.

Was verkaufen Sie persönlich am liebsten?

Maschinen und technische Anlagen von Bauunternehmen! In diesem Zusammenhang führen wir Versteigerungen vor Ort mit bis zu 1.500 Interessenten durch. Hierbei kann man viele gute Gespräche führen, persönliche Kontakte knüpfen oder vertiefen und einiges erleben. Das macht mir persönlich einfach Spaß, auch wenn es einen wahnsinnigen Aufwand bedeutet, eine solche Veranstaltung vorzubereiten, zu organisieren und durchzuführen. Daneben ist natürlich die Entwicklung unseres Unternehmens meine schönste Aufgabe. Aktuell haben wir gerade mit einer Anwaltskanzlei ein neues Tool zur Vermarktung von Waren nach dem Speditionspfandrecht entwickelt.

(Quelle: ABG Marketing/Hämmerle)

www.haemmerle.de