Bühler erschließt Marktpotenzial für Strukturbauteile

In der Automobilindustrie sind Strukturbauteile ein wachsendes Segment

Bühler arbeitet nach eigenen Angaben kontinuierlich daran, die Kosten für druckgussgefertigte Aluminium-Strukturbauteile zu senken, um mit traditionell gefertigten Stahl- und Aluminiumblechteilen konkurrieren zu können.

Legierungen, die keiner weiteren Wärmebehandlung bedürfen und weniger kostspielige Elemente enthalten, könnten die Gesamtkosten deutlich senken. Foto: Bühler

„Strukturbauteile wie Federbeinstützen, Längsträger, Türrahmen, A-Säulen und Heckklappen werden traditionell aus Stahl- oder Aluminiumblechteilen gefertigt. Im Aluminium-Druckguss können diese Teile jedoch leichter, qualitativ hochwertiger und kosteneffizienter produziert werden“, heißt es in einer Pressemitteilung der schweizerischen Bühler Group. „Da die Automobilbranche nach immer leichteren und kosteneffizienteren Designs strebt, stellen wir uns die Frage - kann der Aluminium-Druckguss zum bevorzugten Prozess für Strukturbauteile werden? Wir glauben, dass dies möglich ist, wenn die gesamte Industrie an einem Strang zieht.“

Verschiedene Faktoren beeinflussen die Kosten der Strukturbauteile. Zunächst seien die benötigten Materialen sehr teuer. Legierungen, die keiner weiteren Wärmebehandlung bedürfen und weniger kostspielige Elemente enthalten, könnten die Gesamtkosten deutlich senken.

Auch beim Druckgießprozess selbst gebe es klare Einsparpotentiale - hier stehen insbesondere die Lebensdauer der Gussform, die Zykluszeit, die Stabilität des Produktionsprozesses und die Qualität der Gusserzeugnisse im Fokus.

Bühler legt bei der Produktentwicklung nach eigenen Angaben großen Wert auf eine weitere Reduzierung der Kosten. Ein wichtiger Kostenfaktor bei der Produktion von Komponenten sei die Formlebensdauer.

Hinsichtlich der Zykluszeit steht vor allem das Sprühverfahren im Fokus, so Bühler. Denn es nimmt den längsten Teil des Prozesses in Anspruch und wird häufig auch zur Kühlung verwendet. Daher sei ein Ansatz zur Verkürzung der Zykluszeit die konturnahe Kühlung.

Ein weiterer Faktor, der sowohl die Produktionskosten als auch die Zykluszeit beeinflusse, sei die Steuerung der Zelle. Ein Zellenmanagementsystem – ein Steuerungssystem, das die gesamte Druckgießzelle zentral überwacht und steuert – helfe dabei, die Betriebszeit der Zelle erheblich zu erhöhen.

Ein entscheidender Faktor für eine zuverlässige Produktion von Strukturbauteilen sei der Einsatz von geeigneten Maschinen und Anlagentechnologien. Die Bühler Carat habe sich diesbezüglich als äußerst effektiv erwiesen. Weltweit werden schätzungsweise 50 Prozent aller Strukturbauteile für die Automobilindustrie auf Carat-Anlagen produziert, so Bühler. Die einzigartige Steuerung des Gießprozesses in Echtzeit ermögliche einen außergewöhnlich hohen Grad an Reproduzierbarkeit über den gesamten Fertigungsprozess hinweg.

Darüber hinaus sei die Vakuum-Technologie für crashrelevante Strukturbauteile essentiell, da sie eine gleichbleibend hohe Qualität der Komponenten ermögliche. Mit dem Bühler SmartVac, das seit der Markteinführung an der GIFA 2015 im Einsatz ist, ist das Vakuumsystem direkt in die Maschinensteuerung integriert. Relevante Parameter des Vakuumsystems werden in Echtzeit erfasst und können dem jeweiligen Zyklus und damit der zugehörigen Komponente zugeordnet werden. Zusätzlich zur hohen Qualität der Bauteile sei auch eine lückenlose Rückverfolgung möglich.

www.buhlergroup.com