Initiative Zink kürt Preisträger

Zinkdruckguss innovativ weitergedacht

Auf der EUROGUSS 2018 wurden die Preisträger des 7. Zinkdruckguss-Wettbewerbs ausgezeichnet. Gewürdigt wurden unter anderem besonders dünnwandige und gratfreie Bauteile.

Mit dem ersten Platz wurde Dynacast Deutschland (Bräunlingen) gewürdigt, die mit einem Bauteil aus dem Anwendungsbereich Elektrotechnik/Elektronik am Wettbewerb teilnahm. Foto: Initiative Zink

Hochkonzentriert ging es bei der Jurysitzung des 7. Zinkdruckguss-Wettbewerbs zu. Immer wieder wurden die Lupen gezückt, um die Verarbeitungsqualität der eingereichten Bauteile bis ins kleinste Detail zu begutachten. Argumente für oder gegen eine Prämierung wurden diskutiert und sorgfältig gegeneinander abgewogen.

Und trotzdem fiel der Jury die Entscheidung sichtlich nicht leicht, so vielfältig stellte sich das Fertigungs-Know-how dar: „Die Teile spiegeln eine ungeheure Bandbreite der Einsatzbereiche von Zinkdruckguss wider – auch jenseits etablierter Branchen wie beispielsweise der Automobilindustrie“, zeigte sich Martin Schlotterbeck, Oskar Frech GmbH + Co. KG, beeindruckt. Anspruchsvolle Konstruktionen und Gießtechniken, herausragende Detailausarbeitung, hohe Qualität – so bewerteten die Experten insgesamt die Einreichungen und vergaben drei Platzierungen und einen Sonderpreis. Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung der EUROGUSS 2018 in Nürnberg wurden am 16. Januar die Gewinner bekanntgegeben.

Mit dem ersten Platz wurde Dynacast Deutschland (Bräunlingen) gewürdigt, die mit einem Bauteil aus dem Anwendungsbereich Elektrotechnik/Elektronik am Wettbewerb teilnahm. Das Gehäuse ist mit bis zu 0,5 Millimetern – im gegossenen Gewinde mit Steigung sogar bis zu 0,2 Millimetern – Wandstärke extrem dünnwandig gegossen und stellt damit höchste Ansprüche an Werkzeugbau und Gießtechnik. Vor allem das Füllen des Schirmkreuzes in einer Wandstärke von 0,55 Millimetern erfordert eine sehr gute Prozesskenntnis.

Ein vom Unternehmen Adolf Föhl (Rudersberg) neu entwickeltes Bauteil für die Fenstertechnik belegt den zweiten Platz. Durch Clips über Klemmrippen mit einer Kraftaufnahme von 65 bis 75 N kann es vor Ort leicht eingebaut werden. Sollbruchstellen mit einem definierten Bruch bei 360 bis 460 N erlauben bei Bedarf eine Demontage. Um eine einwandfreie Montage sowie Funktionalität zu gewährleisten, muss das Werkzeug besondere Anforderungen erfüllen – Ziele sind eine scharfkantige Ausbildung der Rippen und die damit einhergehende definierte Druckbelastung sowie die Abstimmung der Tuschierflächen, um gratfreie Teile zu erhalten, da keine Nacharbeit vorgesehen ist.

Den dritten Platz belegt ein Zahnrad mit Welle, das von der Firma Kaspar Lüther (Gunzenhausen) eingereicht wurde. Dieses Bauteil aus dem Bereich der Bürotechnik ist ein gelungenes Beispiel für Verbundguss. In diesem Fall wird Zink mit Einlegeteilen aus Edelstahl gegossen, um die Eigenschaften beider Werkstoffe im Hinblick auf Funktion und Kosten optimal auszunutzen. Die Zahnräder werden auf eine Edelstahlwelle aufgegossen. Dabei erfolgt die Anbindung der Teile nur punktuell auf der deren Innenseite, um die Außenverzahnung ohne störenden Formtrenngrat zu gestalten.

Den Ausbau der Einsatzbereiche von Zinkdruckguss im Kunsthandwerk würdigt die Expertenjury mit einem Sonderpreis für die Heiligenstädter Firma Reißverschluss Beim Zinkdruckgussteil „Kleeblatt“ handelt es sich um einen hochwertigen Dekorationsartikel an einer Holzfigur einer deutschen Manufaktur. Ziel war, ein sehr dünnes vierblättriges Kleeblatt möglichst naturnah zu gestalten. Anschnitte oder Überläufe im Sichtbereich waren auszuschließen.

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