Neue AwSV-Software von QUMsult

Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV)

Das Freiburger Unternehmen QUMsult bietet Industriebetrieben mit seiner Software Hilfe bei der Umsetzung der Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV) an.

AwSV-Anlagendokumentation. Foto: QUMsult

Die Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV) ist am 1. August 2017 in Kraft getreten. Sie löst die bisher geltenden 16 Länderverordnungen und die Bundes-Verwaltungsvorschrift zur Bestimmung von Wassergefährdungsklassen (VwVwS) ab. Anlagen, die mit wassergefährdenden Stoffen und Gemischen umgehen, müssen die geänderten organisatorischen und technischen Anforderungen erfüllen. Die Pflichten für Betreiber wurden neu festgelegt. Unternehmen suchen nach geeigneten Werkzeugen, um die Forderungen umzusetzen.

Wer ist betroffen?

Alle Betriebe, die bisher die Anforderungen der jeweiligen Verordnung ihres Bundeslandes erfüllen mussten, stehen nun in der Pflicht, die neue AwSV umzusetzen.

Was ist neu?

Ausnahmen

Eine grundsätzliche Erleichterung ist die neu eingeführte „Bagatellgrenze“: Außerhalb von Überschwemmungs- und Wasserschutzgebieten sind oberirdische Anlagen mit einem Volumen von maximal 220 Litern flüssigen Stoffen oder einer Masse von maximal 200 kg gasförmigen oder festen Stoffen - unabhängig von der Wassergefährdungsklasse - von den Anforderungen der Verordnung ausgenommen.

Wassergefährdungsklassen und Einstufung

Änderungen gibt es u.a. bei der Bezeichnung der Wassergefährdungsklassen. Sie stehen für die Gefährlichkeit der verwendeten Stoffe und Gemische. WGK 2 - bisher als „wassergefährdend“ bezeichnet - wird umbenannt in „deutlich wassergefährdend“.

Die neue Kategorie „allgemein wassergefährdend“ gilt für Stoffe und Gemische, bei denen eine Einstufung schwierig wäre, z.B. Altholz, das mit Holzschutzmittel behandelt ist. Altholz mit anhaftenden Farbresten wird dagegen als nicht wassergefährdend eingestuft.

Gemische gelten nun grundsätzlich als stark wassergefährdend (WGK 3), solange keine anderweitige Einstufung dokumentiert ist.

Informationen zur Wassergefährdungsklasse liefert i.d.R. das Sicherheitsdatenblatt. Stoffe und Gemische, die bereits durch die oder aufgrund der bisherigen VwVwS eingestuft worden sind, gelten als eingestuft.

Rückhalteeinrichtungen und Entwässerung

Für Rückhalteeinrichtungen wie z.B. Auffangwannen, Rohre oder Behälter, die bei Leckagen wassergefährdende Stoffe auffangen, werden Mindestvolumina festgelegt, abhängig von der Anlagenart.

Auch die Anforderungen an die Rückhaltung von Löschwasser im Brandfall wurden verschärft: Danach sind alle Anlagen so zu planen, zu errichten und zu betreiben, dass im Brandfall austretende wassergefährdende Stoffe, Lösch-, Berieselungs- und Kühlwasser sowie entstehende Verbrennungsprodukte mit wassergefährdenden Stoffen nach den allgemein anerkannten Regeln der Technik zurückgehalten werden können.

Der zusätzlich eingefügte Abschnitt 3 regelt „besondere Anforderungen an die Rückhaltung bei bestimmten Anlagen“, z. B. den Umgang mit festen Stoffen, Fass- und Gebindelager, Heizölverbraucheranlagen, Erdwärmesonden und Kälteanlagen.

Eine separate Entwässerung von Niederschlagswasser in den Schmutz- /Mischwasserkanal, das auf Flächen im Freien mit Kühlaggregaten mit Ethylen- oder Propylenglykol anfällt, ist erforderlich. Dies kann z.B. für Kälteanlagen auf dem Dach gelten.

Betriebsanweisung, Merkblatt und Unterweisung

Anlagen werden auch weiterhin in 4 Gefährdungsstufen (A-D) eingeteilt, und zwar in Abhängigkeit von Volumen bzw. Masse und Wassergefährdungsklasse der eingesetzten Stoffe bzw. Gemische.

Für Anlagen ab Gefährdungsstufe B muss eine Betriebsanweisung erstellt und den Beschäftigten zugänglich gemacht werden. Unterweisungen müssen regelmäßig durchgeführt werden.

Für A-Anlagen, Eigenverbrauchstankstellen und Heizölverbraucheranlagen (z.B. auch Diesel-Notstromaggregate) genügt dagegen ein Merkblatt zu Betriebs- und Verhaltensvorschriften.

Prüfungen

Die neue AwSV 2017 regelt detailliert, welche Überwachungs- und Prüfpflichten für den Betreiber gelten, welche Prüfungen durch Sachverständige erfolgen müssen und wie und von wem die Beseitigung von Mängeln durchgeführt werden muss.

Anzeigepflicht besteht nun für alle prüfpflichtigen Anlagen (Errichten, Ändern), allerdings nicht für Bestandsanlagen.

Dokumentation

Und schließlich wird für alle AwSV-Anlagen – auch für nicht-prüfpflichtige - eine Anlagendokumentation gefordert. Die Dokumentation muss folgende Angaben enthalten:

• Aufbau und Abgrenzung der Anlage

• Eingesetzte Stoffe

• Bauart und Werkstoffe der einzelnen Anlagenteile

• Sicherheitseinrichtungen und Schutzvorkehrungen

• Löschwasserrückhaltung

• Standsicherheit

Für prüfpflichtige Anlagen wie z.B. Biogasanlagen, Kälteanlagen oder Tankstellen müssen Betreiber zusätzlich Unterlagen für die Prüfung der Anlage und das Durchführen fachbetrieblicher Tätigkeiten, wie z.B. Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten bereithalten.

Die Dokumentation muss bei einem Wechsel des Betreibers an den neuen Betreiber übergeben werden.

Umsetzung in der Praxis

 Unternehmen müssen nun Änderungen ermitteln und Anforderungen umsetzen: Auf die Analyse der Betreiberpflichten folgt die Bestandsaufnahme im Hinblick auf eingesetzte Stoffe und Gemische, betriebene Anlagen und geltende Rechtsvorschriften. Betriebe können die Umstellung selbst organisieren oder externe Unterstützung nutzen.

Die webbasierte Lösung von QUMsult erfüllt alle Betreiberpflichten nach AwSV 2017 in Bezug auf die Anlagendokumentation. Aufwändiges Analysieren des Verordnungstextes entfällt. Unternehmensstandort sowie Gefahrstoffe und Anlagen werden einmal erfasst.

Die Anwendung berechnet dann automatisch geltende Pflichten und schlägt Texte zur Erfüllung der Anforderungen vor:

• Anforderungen an Rückhalteeinrichtungen

• Pflicht für Zulassung, Eignungsfeststellung bzw. Anzeige

• Fachbetriebspflicht

• Prüfzeitpunkt und Prüfintervalle

Berechnungen wurden von externen Experten geprüft. So liefert die Anwendung auch zuverlässig die Gefährdungsstufe der Anlage. Auf Knopfdruck werden erforderliche Unterlagen erstellt:

• Merkblatt

• Betriebsanweisung

• Anlagendatenblatt

• Anlagenkataster

Damit gelingt die geforderte Anlagendokumentation (bestehend aus Anlagenkataster sowie Anlagendatenblättern) und Unternehmen arbeiten rechtssicher, teilte QUMsult mit.

Die Experten von QUMsult unterstützen Unternehmen bei der Umsetzung der neuen AwSV als Fachkraft für Arbeitssicherheit und externe Umweltbeauftragte und liefern mit der AwSV-Software ein Werkzeug, das sich bereits ab zwei Anlagen rechnen soll. Interessierte können die Anwendung von ihrem Schreibtisch aus kennenlernen und sich für die kostenlose 30-tägige Testversion registrieren unter qumsult.de/software/awsv-anlagendokumentation-software/. Bei Kauf der Software bleiben zuvor erfasste Daten erhalten.

www.qumsult.de