Schmelzofen für saubere und verunreinigte Schrotte

Aluminiumwalzwerk Aludium Amorebieta stellt sich auf wachsenden Anteil von Rücklaufmaterial ein

Das spanische Unternehmen Aludium Amorebieta bestellt bei Hertwich Engineering einen Mehrkammer-Schmelzofen und erweitert damit seine Recyclingkapazität durch einen umweltfreundlichen Ecomelt-Ofen.

Mehrkammer-Schmelzofen Ecomelt-PS. Foto: SMS Group

Das Aluminiumwalzwerk Aludium im spanischen Amorebieta hat bei Hertwich Engineering, einem Unternehmen der SMS Group, einen Mehrkammer-Schmelzofen Ecomelt-PS275 mit Vorwärmschacht für saubere und verunreinigte Schrotte bestellt. Mit dieser Investition stellt sich das Werk auf den wachsenden Anteil von Rücklaufmaterial ein. Der neue Mehrkammer-Schmelzofen wird im Frühjahr 2019 den Betrieb aufnehmen.

Um in der Gießerei den wachsenden Anteil an Rücklaufschrotten effektiv und wirtschaftlich verarbeiten zu können, wird die Schmelzkapazität durch Investition eines modernen Mehrkammer-Schmelzofens Typ Ecomelt-PS275 erweitert. Der Durchsatz beträgt dabei 275 Tonnen täglich. Geschmolzen werden lose und paketierte Band- oder Folienschrotte, Coils, Draht u. a. – jeweils durch Öle, Lacke, Kunststoffreste, Gummi oder andere Beschichtungen verunreinigt.

Hertwich unterscheidet, je nach Art und Zusammensetzung der Schrotte, unterschiedliche Ofentypen der Ecomelt-Baureihe. Der von Aludium Amorebieta bestellte Ofen vom Typ PS ist für die am stärksten verunreinigten Schrotte geeignet. Er ist mit einem Vorwärmschacht ausgestattet, in den die Schrotte durch eine Schleuse von oben aufgegeben werden. Die Heißgase durchströmen das Chargiergut im Schacht von unten nach oben, wobei die ent-stehenden Schwelgase in der Hauptkammer mit verbrannt werden. Durch Nutzung von Schwelgasen, aber auch wegen der fortschrittlichen Ofenkonstruktion, kann der Gasverbrauch abhängig vom Schrotteinsatz auf 300 kWh/Tonne gesenkt werden. Das begrenzt die Betriebskosten und die minimalen Emissionen (CO2, CO, NOX, Dioxine, VOC, kein Salz) tragen zum umweltfreundlichen Ofenbetrieb bei.

Eine externe Nachverbrennung ist nicht erforderlich, da sämtliche entstehenden Pyrolysegase in der Hauptkammer kontrolliert verbrannt werden. Am unteren Schachtende taucht das komplett vorgewärmte und abgeschwelte Material in das mittels Flüssigmetallpumpe bewegte Schmelzbad ein und wird sofort mit geringstem Abbrand aufgeschmolzen.

Als weitere Besonderheit besitzt der Schmelzofen eine getrennte Aufgabe für Frässpäne, die sofort nach der Walzbarren-Bearbeitung dem Ofen zugeführt und ebenso im Tauchschmelzverfahren mit größtmöglicher Ausbeute eingeschmolzen werden.

Das Walzwerk in Amorebieta startete im Jahre 1961 die Produktion von gewalzten Aluminiumprodukten. In der Folge wurde das Werk kontinuierlich ausgebaut und modernisiert, seit 1985 zunächst als Teil der INESPAL-Gruppe und seit 1998 unter der Regie von Alcoa. Seit 2015 bilden die Werke in Amorebieta und Alicante, beide Spanien, sowie in Castelsarrasin, Frankreich, zusammen mit dem Forschungsstandort in Cindal die Aludium-Gruppe, ein komplett integriertes Netzwerk, das sich auf das Zuschneiden, Walzen und Veredeln von Aluminium spezialisiert hat.

Zum Werk Amorebieta gehört neben Warm- und Kaltwalzkapazitäten sowie der Bandveredelung auch eine Gießerei für Walzbarren. Entgegen dem allgemeinen Markttrend in Richtung „Automotive“ und „Aerospace“ sieht man hier den strategischen Schwerpunkt in den Sektoren „Building and Construction“, „Distribution“ und „Specialties“.

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