General Kinematics und Cyrus kooperieren

Installation eines VIBRA-DRUM-Gusskühlers bei der Eisengießerei Baumgarte

Die VIBRA-DRUM-Anlage, zu der auch zwei Mold Dump-Förderer sowie jeweils eine Reversier-, Quer- und Trennrinne gehören, wird von der GK Europe GmbH, der Europäischen Niederlassung von General Kinematics und dem deutschen Hersteller Cyrus geliefert.

General Kinematics VIBRA-DRUM-Prozessoptimierung für Guss und Sand im energieeffizienten Zwei-Massen-Prinzip. Foto: General Kinematics

Neben der Reversier- und Trennrinne kommt auch die Querrinne von Cyrus. Foto: Cyrus

Als erste Gießerei in Deutschland hat sich die Eisengießerei Baumgarte für die Installation eines VIBRA-DRUM-Gusskühlers und Sandvorkonditionierers entschieden. Die Anlage, zu der auch zwei Mold Dump-Förderer sowie jeweils eine Reversier-, Quer- und Trennrinne gehören, wird von der GK Europe GmbH, der Europäischen Niederlassung von General Kinematics und dem deutschen Hersteller Cyrus geliefert. Beide Unternehmen haben eine strategische Kooperation vereinbart.

„Zuerst hatten wir mit einem klassischen System geliebäugelt“, sagt Eckhard Winter. Wovon der Geschäftsführer der Eisengießerei Baumgarte spricht, sind die verschiedenen Möglichkeiten der Gusskühlung. Sein Unternehmen hat sich mit der VIBRA-DRUM für ein System entschieden, das es bisher in keiner deutschen Gießerei gibt. In einem klassischen System wird der heiße Guss vor dem Kühlprozess vom Formsand getrennt. In der neuen Anlage hingegen wird der Guss gekühlt und gleichzeitig der Sand vorkonditioniert. Dies geschieht in nur einer Maschine.

Dass das wirklich funktioniert und gute Ergebnisse bringt, daran wollte man bei Baumgarte anfangs allerdings nicht so recht glauben. Zweifel gab es nicht nur, ob die Gussteile im Sandbett die gewünschte Temperatur erreichen. Winter: „Wir befürchteten auch, dass sie in der Trommel verklemmen oder verhaken und auf der verhältnismäßig kurzen Trennrinne durch noch anhaftenden Sand Schlagstellen entstehen könnten.“ Doch all diese Vorbehalte haben sich praktisch in Nichts aufgelöst. Ausschlaggebend dafür war letztlich ein Besuch in zwei italienischen Gießereien, die über jahrelange Erfahrungen mit der VIBRA-DRUM verfügen. „Dort sind uns“, sagt Winter, „die letzten Zweifel genommen worden. Was wir gesehen haben, war sehr positiv. Sonst hätten wir den Schritt nicht gemacht.“ Für Baumgarte handele es sich um eine „sehr große Investition in die Zukunft“. Winter: „Es ist ein Meilenstein.“

Hersteller und Lieferant der Kühlstrecke ist die GK Europe GmbH (General Kinematics). Das Unternehmen mit seinem Europäischen Hauptsitz in Düsseldorf hat, wie Geschäftsführer Davide Gado mitteilte, weltweit mehr als 100 derartige Maschinen verkauft. Durch das Geschäft mit der Eisengießerei Baumgarte ist ihm jetzt auch der Einstieg mit seiner VIBRA-DRUM-Technik auf dem deutschen Markt gelungen. Um diesen Erfolg nicht nur hierzulande, sondern auch im gesamten europäischen Raum auszubauen, ist das Unternehmen eine Kooperation mit der Cyrus GmbH Schwingtechnik, einem weiteren deutschen Spezialisten auf dem Gebiet der Schwingungstechnik, eingegangen. Gado: „Wir freuen uns, mit anderen Unternehmen zusammenzuarbeiten, wenn wir gute Synergien und ergänzende Produktlinien finden.“ Das dürfte, da GK vorwiegend im Heavy-Duty-Bereich tätig ist, vor allem bei kleineren und mittelschweren Anlagen der Fall sein. Denn genau dort ist Cyrus zu Hause. „Was wir unseren Abnehmern bieten wollen“, sagt Dr. Michael Schulte Strathaus, geschäftsführender Gesellschafter von Cyrus, „ist das Beste aus beiden Welten“.

Den ersten Schritt dazu haben die Unternehmen bereits gemacht. Neben der VIBRA-DRUM und zwei auf 8,5° steigende Mold-Dump-Förderern, die von GK geliefert werden, kommen die einseitig als Trennrinne ausgelegte Zwei-Wege-Rinne zur Aufnahme und Weiterförderung der Gusstrauben, die Querrinne zum Achsversatz des Materialflusses zwischen den beiden Mold-Dump-Förderern und die hinter der VIBRA-DRUM montierte Trennrinne von Cyrus. „Wir setzen“, sagt Schulte Strathaus, „auf die VIBRA-DRUM“. Gegenüber konventionellen Gusskühlern biete die Technik erhebliche Vorteile. Der eigentliche Clou an dem Verfahren ist, dass Guss und Sand einem gemeinsamen Prozess unterliegen und der Guss permanent während des Kühlprozesses vom Sand geschützt ist. Im Vergleich zu klassischen Trenn- und Kühlrinnen können durch diesen permanenten Schutz Schlagstellen an Guss eliminiert werden. Die Verwendung des firmeneigenen Befeuchtungssystems, zusammen mit dem optimierten Luftaustausch gewährleiste, so Gado, eine sehr kontrollierte Kühlung der empfindlichsten Gussteile und gleichzeitig eine konstante Feuchtigkeit und Temperatur des Altsandes beim Austritt aus der VIBRA-DRUM. Am Einlaufende jeder der neuen Maschinen werden Trogheizungen verwendet, um zu verhindern, dass der feuchte Sand in kritischen Übergangspunkten anhaftet und sich anhäuft.

Und noch einen Vorteil hat die Technik zu bieten: Die ständige Bewegung der Gussteile im Sand, der sie umgibt und schützt, bewirkt eine Art Vorreinigung der Gussoberfläche durch Polieren. Die Folge davon sei, wie Gado erläuterte, weniger Aufwand beim nachgeschalteten Strahlprozess. Und das bedeute geringere Betriebskosten. Doch nicht nur das: Enthaltener Kernsand wird komplett aus den Gussteilen gelöst und kann, wenn erforderlich, leicht separiert werden.

Doch für die Eisengießerei Baumgarte gibt es noch einen weiteren Vorteil, den die VIBRA-DRUM dem Unternehmen bringt. Bisher, sagt Geschäftsführer Winter, „hatten wir eine zu kurze Kühlzeit für unsere Gussstücke“. Um die für die weitere Verarbeitung nötigen Temperaturen zu erreichen, sei es oft nötig bestimmte Kühlzeiten einzuhalten. Und das führe immer wieder zu Verzögerungen im Produktionsverlauf. „Für uns“, so der Geschäftsführer weiter, „bedeutet die Anschaffung der neuen Anlage deshalb nicht nur eine Qualitäts-, sondern auch eine Produktivitätssteigerung“. Die bisherigen Verzögerungen, da ist er sich sicher, werde es dann nicht mehr geben.

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