SHW High Precision Casting Technology GmbH vor der Stilllegung

SHW meldete im Dezember 2018 zum dritten Mal Insolvenz an

Von der Insolvenz von SHW sind 162 Arbeitsplätze am Standort Königsbronn betroffen. Der geplante Rettungsversuch mit Großkunden ist gescheitert.

Logo: SHW

Die SHW High Precision Casting Technology GmbH in Königsbronn wird voraussichtlich ihren Betrieb einstellen müssen. Das hat der vorläufige Insolvenzverwalter Martin Mucha von der Stuttgarter Kanzlei GRUB BRUGGER den 162 Mitarbeitern heute in einer Mitarbeiterinformation mitgeteilt. Das Unternehmen befindet sich aktuell im dritten Insolvenzverfahren innerhalb von fünf Jahren. Bereits im Oktober 2018 wurde der Gießereibetrieb eingestellt.

SHW High Precision Casting Technology hat sich als Gießerei auf die Produktion von Walzen u.a. für die Papierindustrie, die Lebensmittel- und Beschichtungsindustrie sowie auf Verschleißgussteile für die Zermahlungsindustrie spezialisiert. Die gefertigten Gussteile wiegen zwischen 100 kg und 120 t. Zum Leistungsportfolio gehören auch technische Dienstleistungen wie Walzenberechnung, -auslegung und -konstruktion, Werkstoffauswahl und Simulation.

Bereits im April 2013 und im Juli 2017 war das Unternehmen in eine wirtschaftliche Schieflage geraten und musste Insolvenz anmelden. Im Juni 2018 übernahm die Rheinische Mittelstandsbeteiligungs GmbH das Werk in Königsbronn. Im Verlauf des Sommers zeichnete sich bereits ab, dass der neue Gesellschafter nicht über ausreichend Finanzmittel verfügte, um den Geschäftsbetrieb erfolgreich zu betreiben. Im Oktober 2018 wurde deshalb der Gießereibetrieb in Königsbronn wegen fehlender finanzieller Mittel eingestellt. Die Geschäftsführung startete daraufhin gemeinsam mit dem Vor-Eigentümer eine Rettungsaktion unter Einbeziehung der Hauptkunden, die jedoch Anfang Dezember 2018 scheiterte. Die Geschäftsführung stellte daraufhin Insolvenzantrag.

„Um den Kaufpreis für das Unternehmen aufzubringen, verkaufte der Investor die Maschinen an eine Leasinggesellschaft, die er fortan von dieser für einen hohen fünfstelligen Betrag im Monat zurückmietete. Die Vorräte wurden an den Vor-Eigentümer zur Besicherung des noch offenen Kaufpreisanteils übereignet. Damit fand ich zu Beginn des Verfahrens ein Unternehmen vor, das praktisch über keine materiellen Werte mehr verfügte“, berichtet Martin Mucha von der Stuttgarter Kanzlei GRUB BRUGGER, der als vorläufiger Insolvenzverwalter eingesetzt wurde. „Die dauerhafte Sanierungssituation und die misslungenen Investorenlösungen führten zu nachhaltigen Vertrauensverlusten bei den Kunden. Ich habe unmittelbar nach Insolvenzantrag Gespräche mit den Hauptkunden über eine Sanierung des Geschäftsbetriebs des Unternehmens aufgenommen, die jedoch am Mittwoch dieser Woche endgültig scheiterten, nachdem sich die Hauptkunden nicht dazu durchringen konnten, die notwendige finanzielle Unterstützung zu geben.“

Der vorläufige Insolvenzverwalter informierte daraufhin am heutigen Tag die Belegschaft, dass man nicht mehr von einer langfristigen Unterstützung der Hauptkunden ausgehen könne und der Betrieb aller Voraussicht nach eingestellt werden müsse.

www.shw-hpct.de