Innovation Center Additive Manufacturing in Dresden eröffnet

Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM in Dresden bündelt Technologien

Das Innovation Center Additive Manufacturing (ICAM) demonstriert Partnern und Anwendern in einer neu errichteten Technologiehalle Möglichkeiten zur generativen Fertigung von dreidimensionalen Bauteilen.

Dr. Thomas Weißgärber (links) und Prof. Dr. Bernd Kieback (rechts) eröffnen das Innovation Center Additive Manufacturing ICAM am Fraunhofer IFAM in Dresden. / Bild: Fraunhofer IFAM

In dem Center, das jetzt eröffnet wurde, befinden sich mehrere Anlagen zum Selektiven Elektronenstrahlschmelzen (SEBM), darunter die Q20plus des schwedischen Herstellers ARCAM EBM - eine Anlage mit dem derzeit größten Bauraum für SEBM.

Außerdem wird dort die AMCC-Line (Additive Manufacturing Complete and Compact) des Projektpartners Xerion aufgebaut, eine prototypische Fertigungslinie für 3D-Bauteile mittels Filamentdruck (Fused Filament Fabrication - FFF). Eine Neuheit ist: Das Fraunhofer IFAM erweitert die Werkstoffpalette dieses Verfahrens jetzt auf metallische Bauteile. Mit dieser entscheidenden Weiterentwicklung kann das Institut sein Know-how im Bereich der Pulvermetallurgie in ein bekanntes Verfahren einbringen und so erprobte Prozesse mit neuen Werkstoffen kombinieren.

Darüber hinaus gibt es am Fraunhofer IFAM mehrere Anlagen für den dreidimensionalen Siebdruck von Bauteilen, darunter die weltweit modernste im F&E-Bereich. Bei dieser Weiterentwicklung des klassischen industriellen Siebdrucks wird eine auf Metallpulvern basierende Paste schichtweise übereinander in die dritte Dimension gedruckt. Im Vergleich zu anderen generativen Verfahren ermöglicht der dreidimensionale Siebdruck eine höhere Feinheit und ist ein echtes Massenfertigungsverfahren. Metallische und keramische Werkstoffe können dabei frei gewählt und kombiniert werden.

Auch einen dreidimensionalen Schablonendruck bietet das Center. Im Unterschied zum Siebdruck werden statt des Drucksiebes strukturierte Metallfolien zur Bauteilgenerierung genutzt. Vorteile des 3D-Schablonendrucks gegenüber dem 3D-Siebdruck liegen in der potenziell besseren Oberflächengüte und einer erhöhten Schichtdicke.

Das ICAM bietet Partnern aus Industrie und Forschung vielfältige Entwicklungsleistungen vom Pulver bis zum Bauteil, beispielsweise in Form von Machbarkeitsstudien, der Bewertung von Pulvern für die additive Fertigung und der Qualifizierung neuer Werkstoffe. Außerdem ist die Bauteilentwicklung vom Pulver über die Konstruktion (z.B. Topologieoptimierung zur Gewichtseinsparung und/oder Bauteilintegration) bis hin zur Herstellung und Nachbearbeitung Bestandteil des Angebots.