Neuer Studiengang für Künstliche Intelligenz in Linz

Studium beginnt zum Wintersemester 2019/20

Als eine der ersten Universitäten bietet die Johannes-Kepler-Universitäten einen Studiengang zur Künstlichen Intelligenz, der Machine Learning und Deep Learning vermittelt. Studierende können einen Bachelor- und einen Master-Abschluss machen.

Der Science Park der Johannes Kepler Universität in Linz. / Bild: JKU Science Park / Credit: Hertha Hurnaus

Die österreichische Johannes-Kepler-Universität (JKU) in Linz bietet als eine der ersten Universitäten ein AI-Studium, das auch Machine Learning und Deep Learning vermittelt.

Sepp Hochreiter vom Institut für Machine Learning und Leiter des LIT AI Lab ist Pionier auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz — er wird mit seinen KollegInnen StudentInnen ab dem Wintersemester 2019/20 unterrichten. Auf dem JKU-Campus wird derzeit das LIT Open Innovation Center errichtet, in dem auch das KI-Labor des LIT untergebracht sein wird. Hier forschen ExpertInnen aus Industrie und Wirtschaft über die Fächergrenzen hinweg.

Am 7. und 8. Mai finden Informationsabende der JKU Linz zum Bachelor- und Masterstudiengang Artificial Intelligence statt. Schwerpunkte des KI-Bachelorstudiums sind: maschinelles Lernen und Data Science, AI Basics and Practical Work, AI and Society, Computer Science, Data Science, Knowledge Representation and Reasoning sowie Mathematik. Im KI-Master liegt der Fokus auf Deep Learning, dem modernen Feld der Artificial Intelligence. Dazu wird einer von vier möglichen „Elective Tracks“ gewählt:

  • In „AI and Mechatronics – Robotics and Autonomous Systems“ lernen Studierende, KI-Techniken auf Robotik und autonome Systeme anzuwenden. Dazu zählen etwa Computersysteme zur Steuerung und Sensorik von Robotern und Produktionsanlagen.
  • In „AI and Mechatronics – Embedded Intelligence and Signal Processing“ lernt man wie KI in Sensoren und Geräte eingebettet werden, um Maschinen, Produktionslinien und Fabriken noch intelligenter zu machen. KI-Techniken zur Analyse der Daten können helfen Wartung, Logistik, Planung, Marketing und vieles mehr zu optimieren.
  • In „Reasoning and Knowledge Representation“ werden klassische Methoden der KI gelernt, wie symbolisches Schlussfolgern, das auf Logik und Mathematik basiert. Der Fokus liegt auf logischem Schlussfolgern, Modellprüfung und Theorembeweis. Diese Techniken sind etwa für Soft- und Hardware-Verifizierung wichtig.
  • In „AI and Life Sciences“ lernen Studierende KI-Techniken in der Medizin, Biologie, Biotechnologie, Genomik, Genetik und anderen Lebenswissenschaften anzuwenden. So können mit KI-Methoden zum Beispiel Struktur und Funktion von Proteinen vorhergesagt werden (Bioinformatik), Nebenwirkungen von Wirkstoffen identifiziert werden (Medikamentendesign) oder medizinische Bilder analysiert, Prävalenzen von Krankheiten vorhergesagt, Prozesse in Krankenhäusern optimiert oder Diagnosen verbessert werden (Gesundheitswesen).

„Wir denken Technologie neu, jenseits disziplinärer Grenzen“, sagt der Rektor der Johannes Kepler Universität. Ein Alleinstellungsmerkmal in Österreich ist, dass hier alle ForscherInnen aller Fachrichtungen gemeinsam an der technologischen Zukunft arbeiten.

Die Hochschule übernimmt mit dem neuen Studiengang wieder eine Vorreiterrolle: Sie hatte schon 1969 Österreichs erstes Informatikstudium und 1990 das weltweit erste Mechatronik-Studium angeboten.

www.jku.at