Die Sandgießerei von morgen

Die Entwicklung der Sandgießerei wird durch technische Innovationen befeuert, die Per Larsen, Product Portfolio & Innovation Manager, DISA, im Rahmen des GIFA Forums vorstellte. Wie können die gesammelten Daten von Maschinen in all der Euphorie um Big Data in echten Mehrwert für Gießereien verwandelt werden? Und welches Modell der Rückverfolgung für Gussteile schlägt er für die Sandgießerei der Zukunft vor?

Per Larsen Product Portolio & Innovation Manager by DISA / Quelle: Corinna Robertz

„Wir können es nicht akzeptieren, dass Gießereimitarbeiter ihre körperliche Belastungsgrenze mit Mitte 30 erreicht haben, nur weil sie jahrelang stark repetitive Bewegungen ausführen mussten“, so Larsen und verweist beispielhaft auf das Einsetzen von Filtern in kernlosen Formen. Die nachhaltige Sandgießerei schafft die körperlich fordernde und die sich stark wiederholende Arbeit ab. Gleicher Fokus liegt auf der Senkung des Gesamtenergieverbrauchs und den reduzierten Einsatz von Rohstoffen, etwa mit Frühwarnsystemen, die das Ausgießen von Formen außerhalb der Toleranz verhindern.

Die Frage der Industrie 4.0 bleibt aber nach wie vor: Wie können gesammelte Daten in echten Mehrwert für Gießereien verwandelt werden? Erster Schritt sei immer die Datenverfügbarkeit, stößt Larsen in seinem Vortrag an: Die „Connected Foundry“ sei auch der Grundstein für die Gießerei von morgen sein, die Maschinen miteinander kommunizieren lässt (M2M). „Rückverfolgbarkeit wird das wichtigste Zukunftsmerkmal sein, um die Qualitätskosten zu senken“, so Larsen und geht weiter: „Wenn Daten über die Cloud verfügbar sind, warum sollen wir dann Ingenieure in die ganze Welt schicken? Sie können ihre Arbeit von hier aus machen.“

Rückverfolgbarkeit erklärt Larsen für die Sandgießerei der Zukunft so: Mit dem Trace and Guidance (TAG)-Konzept von DISA sollen Gießereien zum ersten Mal vollständige Rückverfolgbarkeit von Gussteilen erreichen. TAG weist jedem Gussteil eine eindeutige ID-Nummer zu und stellt so die Verbindung zwischen aussortierten Gussteilen und ihren individuellen Prozessparametern her, wie etwa Sandkomprimierbarkeit, Einschießdruck oder Gusstemperatur. Die TAG-Rückverfolgung soll, so das Unternehmen, den Weg für fortgeschrittene Machine-Learning-Analysen von Ausschussursachen ebnen.

Industrie 4.0 und Nachhaltigkeit seien die „new kids on the block“, sagt Larsen, gleichbleibend sei die Anforderung an die Produktivität einer Sandgießerei. Hier liege der Fokus klar und nach wie vor auf der Beseitigung von produktivitätsbegrenzenden Engpässen.

Per Larsen, Product Portfolio & Innovation Manager, DISA, erklärt sein Lösungsmodell der Rückverfolgung von Gussteilen. Bild: Corinna Robertz