Zulieferindustrie: Erstmals wieder negativer Saldo

Dämpfung auch über den Jahreswechsel hinaus wahrscheinlich

Geschäftsklima unverändert unter Druck: Zum ersten Mal seit der vergangenen Wirtschaftskrise vor zehn Jahren, zeigt die Lageeinschätzung der Zulieferindustrie einen negativen Saldo. Der Trend wird sich wahrscheinlich bis über den Jahreswechsel hinaus fortsetzen.

Zulieferer beäugen auch mit Sorge die Lage der Automobilindustrie. (Bild:Lenny Kuhne)

Das Geschäftsklima der deutschen Zulieferindustrie ist im September leicht gesunken. Dies meldet die Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie ArGeZ. Insbesondere die aktuelle Lage wurde deutlich schlechter bewertet.

Erstmals seit der globalen Wirtschaftskrise vor einer Dekade unterschreitet die Lageeinschätzung die Nulllinie und weist einen negativen Saldo auf. Es gibt leicht Verbesserungen der Perspektive, aber es sei noch zu früh, um zu bewerten, ob dies erste Ansätze einer Bodenbildung sind, meldet die ArGeZ.

Die Aussicht auf die kommenden sechs Monate ist für die Zulieferindustrie hetereogen. Womöglich ist die Hoffnung auf eine bessere Lage kurzfristig. Auch der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau rechnet mit einem weiteren Rückgang der Produktion um 2 Prozent für das kommende Jahr. Auch die schwache Automobilkonjunktur, die realen Auftragseingangsdaten und die Industrierezession machen eine Dämpfung des Geschäftsklimas über den Jahreswechsel hinaus wahrscheinlich.

Das Geschäftsklima Zulieferindustrie wird regelmäßig zum Monatswechsel von der ArGeZ veröffentlicht. Der Frühindikator wurde exklusiv vom Ifo Institut für Wirtschaftsforschung e.V., München, für die ArGeZ entwickelt. Er beruht auf der Befragung von 600 Unternehmen und deckt die in der Arbeitsgemeinschaft Zulieferindustrie zusammengeschlossenen Branchen ab.