Batterie-Rohstoffe für Elektromobilität könnten knapp werden

Drei Zutaten mit hohem Versorgungsrisiko

Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft macht darauf aufmerksam, dass Rohstoffe, die für Batterien von Elektrofahrzeugen verwendet werden, nur begrenzt verfügbar sind. Besonders riskant ist der Einsatz von Kobalt.

Werden die Rohstoffe knapp, wird es eng für die Elektromobilität. (Bild: Vlad Tchompalov)

Die Rohstoffe, die für die Elektromobilität benötigt werden, könnten nicht ausreichend sein. Dies ergab eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) mit dem Titel „Die Rohstoffsituation der bayrischen Wirtschaft“. Die Studie wurde im Auftrag der Vereinigung der Bayrischen Wirtschaft (VBW) erstellt und geht davon aus, dass im Jahr 2030 bereits 60 Prozent der weltweiten Neuzulassungen „in signifikantem Ausmaß elektrifiziert“ sein werden. Hinzu kommen weitere elektrifizierte Fahrzeuge wie E-Scooter und E-Roller.

Die dominierende Technologie für Elektromobilität sind zurzeit Lithium-Ionen-Batterien, die drei Rohstoffe enthalten, die die Verfasser der Studie der Gruppe von Rohstoffen mit besonders hohen Versorgungsrisiken zuordnen: Lithium, Kobalt und Graphit. Auch Nickel, ein Rohstoff mit mittlerem Versorgungsrisiko gehört zu den Rohstoffen, die für Lithium-Ionen-Batterien verwendet werden.
Derzeit sind hauptsächlich zwei Batterietypen im Einsatz: Nickel-Kobalt-Aluminium-Batterien mit einem geringen Kobaltanteil aber hohen Herstellungskosten sowie Nickel-Mangan-Kobalt-Batterien, die vergleichsweise viel Kobalt enthalten aber günstiger in der Herstellung sind. Die Forschung und Entwicklung auf diesem Gebiet bemüht sich darum, bei diesen Batterietypen den Kobaltanteil zu reduzieren.

Problematisch bei der Kobaltversorgung ist beispielsweise, dass der Rohstoff in erster Linie im Kongo abgebaut wird und dies zum Teil unter katastrophalen Arbeitsbedingungen, in einigen Minen mit Kinder- und Zwangsarbeit. Zudem ist die Republik Kongo eine politisch unstabile Krisenregion.
„Damit uns beispielsweise die Energiewende und die digitale Transformation gelingen, benötigen wir ganz bestimmte Rohstoffe und zwar in ausreichender Menge. Engpässe hingegen können ganze Wertschöpfungsketten lahmlegen und gefährden unsere Wettbewerbsfähigkeit“, sagt VBW-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt.

Grundlage für die Berechnungen des IW waren Daten der Deutschen Rohstoffagentur (DERA), der Beratungsplattform zu mineralischen und Energierohstoffen für die deutsche Wirtschaft.
Die ausführliche Studie gibt es hier: https://www.vbw-bayern.de/Redaktion/Frei-zugaengliche-Medien/Abteilungen-GS/Wirtschaftspolitik/2019/Downloads/190919-Rohstoffstudie_final.pdf